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Viertelfinale des Davis Cup : „Es war eine unglaubliche Leistung“

  • Aktualisiert am

Der Deutsche Jan-Lennard Struff im Match gegen Dennis Novak Bild: dpa

Die deutschen Tennisprofis qualifizieren sich fürs Viertelfinale im Davis Cup. Im Gruppenfinale gegen Österreich muss das Team erst zittern. Extralob kommt von Boris Becker.

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          Erst die Überraschung gegen Novak Djokovics Serben, dann nervenstark zum Pflichtsieg gegen Österreich: Auch ohne Olympiasieger Alexander Zverev sind die deutschen Tennisprofis beim Davis Cup in Innsbruck erfolgreich unterwegs und stehen im Viertelfinale.

          Jan-Lennard Struff und Co. hielten dem großen Druck im Gruppenfinale gegen den Gastgeber trotz eines Fehlstarts stand und feierten den insgesamt 150. Sieg im Nationenwettbewerb.

          Wie schon beim Coup gegen Serbien waren auch gegen Underdog Österreich Kevin Krawietz und Tim Pütz die Erfolgsgaranten. Mit einem 6:3, 6:4 gegen Oliver Marach/Philipp Oswald machte das Spitzendoppel vor coronabedingt leeren Rängen in der Innsbrucker Olympiahalle das 2:1 und den Gruppensieg perfekt. Am Dienstagabend (16.00 Uhr bei ServusTV) bietet sich gegen Großbritannien nun die große Chance zur Revanche - vor zwei Jahren in Madrid war im Viertelfinale gegen die Briten Endstation gewesen.

          Dass die Auswahl des Deutschen Tennis Bundes (DTB) am Sonntagabend trotzdem zittern musste, lag an Dominik Koepfer, der mit seinem 1:6, 5:7 gegen Jurij Rodionov für einen krassen Fehlstart sorgte und den Druck auf Struff massiv erhöhte. Der Warsteiner blieb aber cool und erzwang mit einem 7:5, 6:4 gegen Dennis Novak die Entscheidung im Doppel.

          Zverev nicht dabei

          In Abwesenheit des Spitzenspielers Zverev, der als Kritiker des neuen Formats auf den Davis Cup verzichtete, gelang dort der sechste Sieg im sechsten Duell mit Österreich. Der zweimalige French-Open-Sieger Krawietz und Pütz ließen mit großer Dominanz keine Zweifel aufkommen, sie zeigten eine herausragende Leistung und mussten keinen einzigen Breakball abwehren.

          Das überraschende 2:1 am späten Samstagabend gegen Mitfavorit Serbien um Ausnahmespieler und Grand-Slam-Rekordchampion Djokovic hatte den Deutschen einen großen Schub gegeben. „Das war sehr wichtig für das gesamte Team. Wir gehen mit breiter Brust in die zweite Partie gegen Österreich“, sagte Krawietz, und auch Boris Becker war im fernen London begeistert.

          „Es war eine unglaubliche Leistung“, lobte die Tennis-Ikone in einer Videobotschaft. Und da Österreich ohne den früheren US-Open-Champion Dominic Thiem keinen Top-100-Spieler aufbieten konnte, war Deutschland für Becker schon „der kleine Favorit“. Doch mit dieser Rolle kam vor allem Koepfer überhaupt nicht zurecht.

          Der Weltranglisten-54. kam gegen den 85 Plätze schlechter klassierten Rodionov überhaupt nicht ins Match und fand keinen Rhythmus, Koepfer agierte viel zu verunsichert und fehlerhaft. „Das war kein guter Start in die Begegnung“, sagte der 27-Jährige: „Aber ich bin mir sicher, dass Struffi und die Doppel-Jungs das richten werden.“

          Und er sollte Recht behalten. Anders als noch gegen den Weltranglistenersten Djokovic am Vortag übernahm Struff sofort die Initiative und brachte die Partie gegen Novak mit seinem starken Aufschlag souverän durch. „Das Match war ziemlich hart, es lag ja ein bisschen Druck auf mir“, sagte die deutsche Nummer eins: „Aber ich glaube, ich bin damit sehr gut umgegangen.“ Nicht weniger souverän machten Krawietz und Pütz dann alles klar.

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