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Handball-Nationalmannschaft : Das Prokop-Projekt

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Christian Prokop: der Trainer des Jahres 2015/2016 wird Bundestrainer ab 1. Juli 2017 Bild: dpa

Für den Nachfolger von Sigurdsson muss der deutsche Handballbund eine üppige Ablösesumme nach Leipzig überweisen. Beim Allstar-Game verliert die Nationalmannschaft gegen den künftigen Bundestrainer.

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          Christian Prokop ist dem Deutschen Handballbund (DHB) lieb und teuer. Für den neuen Bundestrainer und Nachfolger von Dagur Sigurdsson muss der Verband dem Vernehmen nach eine halbe Million Euro an den SC DHfK Leipzig überweisen. Dort hatte der Handball-Lehrer Prokop noch einen Vertrag bis 2021. Der DHB wollte ihn aber unbedingt verpflichten, auch wenn Markus Baur als weiterer Kandidat galt. Am Freitag, unmittelbar vor dem All-Star-Game in Leipzig und der Verabschiedung von Sigurdsson, wurde der Wechsel vollzogen. Der 38 Jahre alte Prokop erhält demnach beim DHB einen Kontrakt über fünf Jahre, der vom 1. Juli an gilt.

          „Mit Christian Prokop haben wir unseren Wunschkandidaten für eine der wichtigsten Positionen im Deutschen Handballbund verpflichtet. Wir sind überzeugt, dass wir mit ihm unseren Weg erfolgreich gehen werden“, sagte DHB-Präsident Andreas Michelmann. Und DHB-Vizepräsident Bob Hanning ergänzte: „Ich habe immer gesagt, Dagur Sigurdsson hat die Eisenbahn auf die Gleise gesetzt. Der DHB hat die Häuser drumherum gebaut, die HBL die Bahnhöfe. Jetzt geht es darum, die einzelnen Dinge damit zu verbinden“, sagte Hanning. „Christian ist genau der Trainer, dem wir das zutrauen.“

          Beim All Star Game fügte der künftige Bundestrainer der deutschen Handball-Nationalmannschaft sogleich eine Niederlage zu. Die von Prokop gemeinsam mit dem Flensburger Ljubomir Vranjes betreute Weltauswahl der Bundesliga gewann mit 40:36 (17:19) gegen den Europameister.

          Abschied vom Isländer: Dagur Sigurdsson wechselt nach Japan.

          Mit dem Isländer Sigurdsson, der nun die japanische Nationalmannschaft übernimmt, waren die Deutschen als „Bad Boys“ auch Olympia-Dritte geworden, bei der Weltmeisterschaft unlängst in Frankreich scheiterten sie aber bereits im Achtelfinale an Qatar. Eine Enttäuschung, die Handball-Deutschland jedoch nicht stoppen soll. Mit Prokop soll das Nationalteam bei der WM 2019 in Deutschland und Dänemark sowie bei Olympia 2020 in Tokio wieder erfolgreich sein. Dafür wurde das Projekt Gold ausgerufen. „Unsere Nationalmannschaft ist mit großen Zielen unterwegs“, sagte Prokop, „ich freue mich darauf, diesen Weg mitgestalten zu können.“ Prokop muss nun erst einmal die Qualifikation für die Europameisterschaft 2018 in Kroatien sicherstellen. Er gibt dabei, wie es heißt, schon im Juni sein Debüt beim DHB, noch vor seinem offiziellen Dienstbeginn.

          Der DHB hatte lange mit Prokops Verein verhandelt, ehe eine Einigung erzielt wurde. Das DHB-Präsidium stimmte der Personalie am Freitag zu. Prokop wird als penibler Analytiker beschrieben, der ein klares Konzept verfolgt. Das brachte ihm den Titel „Trainer des Jahres 2015/2016“ ein. „Für uns ist es natürlich ein Verlust, weil es mehr als eine Arbeitsbeziehung war. Doch wir haben uns zusammengesetzt, weil es sein großer Wunsch war“, sagte Stefan Kretzschmar, Leipziger Aufsichtsrat.

          Sein bisheriger Verein aus Leipzig erhält Ablöse für Trainer Prokop

          Offen ist, wer Prokop beim SC DHfK Leipzig ersetzen wird. Die Sachsen streben eine Zusammenarbeit mit Michael Biegler an. Biegler soll bereits am 1. Juli bei dem Bundesligaklub anheuern und in Doppelfunktion auch die deutschen Frauen zur Heim-WM führen. Der DHB, an den Biegler noch bis Jahresende gebunden ist, betrachtet das Frauen-Turnier im Dezember allerdings als ein Prestigeobjekt, das mit einer Medaille gekrönt werden soll. Deshalb erhält der Trainer vorerst keine Freigabe für Leipzig.

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