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Davis Cup : Doppel bringt Sieg, Zverev den Ärger

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Erfolgreich: Tim Puetz und Jan-Lennard Struff (links) bescheren Deutschland den dritten Punkt im Davis Cup. Bild: EPA

Die deutschen Tennis-Herren gewinnen gegen Ungarn im Davis Cup. Das Team ist im November bei der Endrunde in Madrid dabei - dann aber wohl ohne ihren Spitzenspieler. Alexander Zverev kritisiert den neuen Modus scharf.

          Alexander Zverev drückt dem deutschen Davis-Cup-Team fest die Daumen, wenn es Ende November in Madrid versucht, den Titel zu gewinnen. Es wird nicht viel helfen, denn ohne die Nummer 1 ist die deutsche Nationalmannschaft chancenlos, so chancenlos wie die Ungarn im Qualifikationsmatch in Frankfurt. Am Freitag und Samstag leistete Zverev noch seinen Beitrag zum 5:0 über die Magyaren mit zwei Einzelsiegen. Auch Philipp Kohlschreiber gewann seine Einzel, wenn auch mit unerwartet viel Mühe, und am Samstag holten, vor Zverevs Zugabe, Jan-Lennard Struff und Tim Pütz den entscheidenden dritten Punkt gegen unbekannte Ungarn, deren Bester auf Position 371 der Weltrangliste notiert wird. Zverev wird in Madrid fehlen, obwohl er seine Kollegen „liebt“, wie er sagt, und auch den Davis Cup. Aber er meint den alten Davis Cup mit maximal vier K.-o.-Runden im Heim- und Auswärtsmodus, mit Matches über drei Gewinnsätze über drei Tage.

          Nun wurde der Davis Cup reformiert, weil eine Investorengruppe ein neues Format entwickelte und drei Milliarden Dollar für 25 Jahre garantierte. Der Weltverband hörte auf den Lockruf des Geldes, obwohl er viele Stars damit verprellte. Federer und Djokovic sagten für Madrid schon ab, wenn auch mit weniger dramatischen Worten als Zverev: „Ein schlechteres System könnte man sich eigentlich nicht ausdenken. Auch der Termin ist katastrophal“, sagte der 21 Jahre alte Hamburger in Frankfurt.

          Durch Geld zu locken

          Nun spielen nach der Qualifikationsrunde (Spiele über zwei Gewinnsätze an zwei Tagen) 18 Teams zunächst in sechs Dreiergruppen und dann vom Viertelfinale an im K.-o.-System um den Titel. Der einer Fußball-WM entlehnte Modus verlängert die Tennis-Saison um zwei Wochen. „Da bleibt fast keine Zeit mehr für die Regeneration, Ende Dezember startet in Australien ja schon wieder die Saison“, so Zverev.

          Seine Kollegen von Frankfurt werden allerdings in Madrid dabei sein, sie können es sich nicht – wie der Weltranglistendritte – leisten, den lukrativen Termin zu verpassen. Doppelspieler Pütz sagte: „Wenn man sieht, was Sascha Zverev und ich verdienen, dann versteht man, warum er durch Geld nicht zu locken ist. Ich bin es schon.“

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