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Radrennen Mailand–Sanremo : Ein Hoch auf die Klassiker

  • -Aktualisiert am

Das Feld beim Rennen Mailand-Sanremo schlängelt sich an der ligurischen Küste entlang. Bild: Augenklick/Roth

Julian Alaphilippe gewinnt das Rennen Mailand–Sanremo, ein Monument des Radsports. Doch in Deutschland stehen die großen Frühjahrsrennen im Schatten der Tour de France – zu Unrecht.

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          Radsport? Durch die deutsche Brille betrachtet ist das die Tour de France, sonst nichts. Zumindest nicht viel mehr. Die Frankreich-Rundfahrt läuft seit einiger Zeit im Fernsehen wieder öffentlich-rechtlich, nach Jahren des Abschaltens einer ganzen Sportart als Strafe für eine Ära des exzessiven Dopings. In jener Ära, deren Risiken und Nachwirkungen noch immer nicht überwunden sind, war ganz Deutschland, auch das öffentlich-rechtliche, im Radsport-Ullrich-Fieber. Doch selbst da war Radsportgeschichte abseits der Tour nichts, was die Deutschen sonderlich interessierte. Radsport war Ullrich, Zabel, Aldag, Radsport war Tour de France. Eine tiefe Beziehung zu diesem so betrugsanfälligen wie faszinierenden Sport gab es hierzulande nie. Im Gegensatz zu den großen Radsportnationen, Frankreich, Italien, Belgien.

          Am Samstag nun begann in Italien die Klassikersaison mit dem knapp 300 Kilometer langen Rennen von Mailand nach Sanremo, und der erste große Sieger des Jahres heißt Julian Alaphilippe. Der Franzose vom Quick-Step-Team gewann im Sprint einer zehnköpfigen Spitzengruppe die 110. Auflage der „Classicissima“, wie die Italiener ihr größtes Eintagesrennen nennen, und durch die internationale Radsportbrille betrachtet, war es wieder einmal ein Feiertag für Millionen Radsportfans – und auch ein Anlass für ein Hoch auf die Klassiker, die Monumente des Radsports, zu denen fünf Rennen zählen, die seit mehr als hundert Jahren ausgefahren werden – altehrwürdige Institutionen. Mailand-Sanremo zählt dazu, die Flandern-Rundfahrt und natürlich Paris-Roubaix. Das sind die großen Drei. Die Lombardei-Rundfahrt und Lüttich-Bastogne-Lüttich sind eine halbe Nummer kleiner. Aber auch sie haben eine große Historie. Die Prüfung Lüttich-Bastogne-Lüttich wurde 1892 erstmals ausgetragen. Sie ist La Doyenne, die alte Dame des Straßenradsports.

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