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Dartweltmeister Taylor : Keine Burger, kein Bier

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Phil Taylor: „Power” und „Glory” Bild:

Phil Taylor sieht aus wie ein beliebiger Engländer. Klein und dickbäuchig, rundes Gesicht, lichtes Haar, zwei mächtige Tätowierungen auf den Unterarmen. Doch Taylor ist dreizehnmaliger Weltmeister. Michael Wittershagen hat mit dem Dartchampion gesprochen.

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          Phil Taylor sieht aus wie ein beliebiger Engländer. Klein und dickbäuchig, rundes Gesicht, lichtes Haar und zwei mächtige Tätowierungen auf seinen Unterarmen. Rechts steht in Feuerrot „Power“, links in gleicher Farbe „Glory“. Zwei Worte, die viel über das Selbstverständnis des 47 Jahre alten Engländers sagen. Taylor ist dreizehnmal Dart-Weltmeister geworden, und es gibt wohl niemanden, der die Pfeile so geschmeidig werfen kann wie er. An Ostern hat er das Protour-Turnier der German Darts Corporation in Bad Soden gewonnen, an dem die besten 64 Spieler der Weltrangliste teilnahmen. FAZ.NET hatte vorher mit gesprochen.

          Mr. Taylor, es ist kurz vor zehn Uhr. Sind Sie schon lange wach?

          Ich bin um acht Uhr aufgestanden. Warum?

          Manche sagen, dass Dartspieler dick und alt seien, viel Alkohol trinken und ihr Tag erst gegen Mittag beginne.

          Ja, aber das kann ich mir gar nicht leisten. Wer in der Weltspitze dabei sein will, der muss sein Leben danach ausrichten. Früher war ich wirklich mal dick. Aber ich habe nie viel getrunken, weil mir Bier nicht schmeckt und ich davon Sodbrennen bekomme. Vor einigen Jahren habe ich meine Ernährung umgestellt. Ich esse nun weniger fettreich, verzichte auf Burger und Kekse.

          Sie sind der beste Dartspieler der Welt, wurden allein dreizehnmal Weltmeister.

          Ich habe inzwischen meinen ganzen Tag auf den Sport ausgerichtet, trainiere jeden Tag vier Stunden, gehe schwimmen und ins Fitnessstudio. Ich will meinen Körper auf diese hohe Belastung während eines Turniers ordentlich vorbereiten.

          Seit 1990 sind Sie nun als Profi unterwegs. Können Sie von Ihrem Talent leben?

          Ja, inzwischen sogar sehr gut. Ich bin gelernter Ingenieur, aber als solcher arbeite ich nicht mehr. Es gibt Jahre, in denen ich 500 000 Pfund mit dem Dartspiel verdiene, und es gibt welche, in denen bekomme ich noch mehr. Das ist toll, weil ich einfach nur noch das machen kann, was mir Spaß macht.

          Sie haben interessante Menschen kennengelernt.

          Freitag hat mir John Terry von Chelsea London eine SMS geschrieben und mir viel Glück für das Turnier in Bad Soden gewünscht. Viele Spieler von Chelsea spielen Dart - mit Ausnahme von Michael Ballack vielleicht. Aber John ist der Beste von ihnen, deshalb nennt er sich selbst John „the Power“ Terry.

          Sie mögen Fußball?

          Ja, ich kenne auch Steven Gerrard oder Wayne Rooney. Paul Gascoigne ist mein Freund. Genauso wie Robbie Williams. Ihm habe ich gesagt, dass bei einem Turnier mit mir eine Stimmung ist wie auf einem Konzert mit ihm.

          Warum ist Dart so beliebt in England?

          Die Regeln sind einfach, der Sport kostet nicht viel, und man kann ihn in vielen der englischen Pubs spielen. Jeder kann das, egal, wie viel er wiegt und wie alt er ist. Das ist toll. Manchmal haben wir höhere Einschaltquoten als die Partien der Premier League.

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