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Darts-WM ohne Taylor : Der Streit um das große Geld

Wonderland auch ohne Taylor? Die WM muss ohne den Superstar auskommen. Bild: dpa

Bei der Darts-WM wird Superstar Phil Taylor erstmals fehlen – aber nur den Fans. Sein Abgang hat einen rauen Verteilungskampf um die Preisgelder in der Boom-Sportart entfacht.

          3 Min.

          Eine Halle in Kleinostheim, Unterfranken. Tiefste Provinz am Rande des Rhein-Main-Gebiets, auf bayerischem Boden gelegen. Die Türen der Maingauhalle öffnen sich, über 1000 Menschen strömen herein, um einen Sportrentner zu sehen. Phil Taylor gibt sich die Ehre Ende Oktober für eine Exhibition, wie Showauftritte von Dartsspielern genannt werden. Ein einträgliches Geschäft für den 58 Jahre alten Taylor, eine Legende seines Sports: Sein Kommen wird mit einem fünfstelligen Betrag honoriert.

          Daniel Meuren

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Obendrein steckt sein Bodyguard vor Beginn der Schaukämpfe gegen zwei alte Weggefährten vorne an der Bühne einen Zwanzig-Euro-Schein nach dem anderen in die Brusttasche seines durch mächtige Muskelberge aufgeblähten Hemdes, die für ein gemeinsames Foto mit dem Superstar seines Sports fällig werden. Bei weit über hundert Schnappschüssen bliebe selbst nach Steuern noch ein ordentlicher Ertrag für eine halbe Stunde des Posierens vor einer Leinwand. Taylor, dank seiner Wurfkünste und der insgesamt 16 Weltmeistertitel allein durch Preisgelder vom Fabrikarbeiter aus einfachsten Verhältnissen zum Millionär geworden, soll im ersten Jahr nach Ende seiner Turnierspielerkarriere für gut 250 solcher fürstlich entlohnter Auftritte gebucht worden sein. Ob die Auftritte immer ihr Geld wert waren, sei dahin gestellt. Aber sie belegen eine Sehnsucht der Darts-Anhänger nach dem Superstar.

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