https://www.faz.net/-gtl-9uf4r

Darts-Star van Gerwen : „Ich hasse ihn“

  • Aktualisiert am

Emotionaler Sieg in der ersten Runde der Darts-WM: Michael van Gerwen Bild: dpa

Michael van Gerwen gewinnt in der ersten Runde der Darts-WM mit Mühe gegen seinen Landsmann Jelle Klaasen. Danach hat der Weltmeister mit den Tränen zu kämpfen, als er mit seinem Gegner abrechnet.

          2 Min.

          Titelverteidiger Michael van Gerwen hat nach seinem mühevollen WM-Auftaktsieg mit seinem Darts-Kollegen Jelle Klaasen abgerechnet. „Ich und Jelle haben eine Vergangenheit. Ich hasse ihn, deshalb wollte ich nicht gegen ihn verlieren. Das hat es für mich besonders schwierig gemacht“, sagte der 30 Jahre alte Niederländer van Gerwen nach dem direkten Duell mit seinem Landsmann, das er am Freitagabend nur mit Mühe (3:1) für sich entschieden hatte.

          Van Gerwen und Klaasen pflegen eine innige Feindschaft, würdigen sich auf der Bühne keines Blickes und geben sich traditionell vor sowie nach dem Spiel auch nicht die Hand. Auslöser der Dissonanzen waren anzügliche Fotos, die Klaasen vor einiger Zeit der minderjährigen Schwester von van Gerwens heutiger Frau geschickt haben soll. „Wenn jemand so etwas an die Schwester meiner Frau schickt, während sie vierzehn war und eine Behinderung hat, werden Sie zusammenbrechen“, kommentierte van Gerwen, der am Freitag bei der Pressekonferenz mit den Tränen kämpfen musste.

          „Mighty Mike“, wie van Gerwen genannt wird, lag gegen Klaasen mit 0:1-Sätzen zurück und hatte auch in den Sätzen zwei und drei mehrere knifflige Situationen zu überstehen. Der Champion hat nun über eine Woche Pause und ist in der dritten Runde erst am 22. Dezember wieder dran. Zuvor hatte Junioren-Weltmeister Luke Humphries (England) sein Erstrundenmatch gegen den einzigen Afrika-Starter Devon Petersen (Südafrika) mit 3:1 gewonnen.

          Unterlegener Gegner von van Gerwen: Jelle Klaasen

          Van Gerwen sieht sich in seiner Sportart selbst im Vergleich mit Rekord-Champion Phil Taylor als absoluten Maßstab. „Er ist der erfolgreichste Spieler aller Zeiten – ich bin aber der Beste“, sagte der Niederländer dem Darts-Magazin „180“ vor der WM. Er hat in seiner Karriere bislang drei WM-Titel eingefahren, „The Power“ Taylor brachte es auf insgesamt 16 WM-Titel. „Phil hat das zu einer Zeit geschafft, in der wesentlich weniger Turniere gespielt wurden. Außerdem gab es viel weniger Spieler, die das Ganze professionell angegangen sind“, relativierte van Gerwen die jahrelange Siegesserie des inzwischen abgetretenen Engländers.

          „Er wolle Taylors Leistungen nicht schmälern, betonte van Gerwen. „Es waren einfach andere Zeiten, und das Niveau war nicht so hoch.“ Nur einmal trafen die beiden Spieler auch in einem WM-Finale aufeinander: 2013 setzte sich der Engländer Taylor mit 7:4 gegen van Gerwen durch. Der Holländer stand damals noch ziemlich am Anfang seiner Karriere.

          Öffnen

          Der 65 Jahre alte Paul Lim ist unterdessen schon in der ersten Runde ausgeschieden. „The Singapore Slinger“, wie Lim genannt wird, verlor am Samstag im Londoner Alexandra Palace deutlich mit 0:3 gegen den Engländer Luke Woodhouse. Lim waren zum Start in seine 24. WM-Teilnahme fünf Aufnahmen mit der Maximalpunktzahl von 180 Punkten gelungen, doch das reichte gegen Woodhouse nicht. Für den Routinier aus Singapur entfällt damit auch das Duell mit Englands Michael Smith, der im Vorjahr das WM-Finale erreicht hatte. Die deutschen Spieler Max Hopp, Gabriel Clemens und Nico Kurz starten erst in der kommenden Woche ins Turnier.

          Weitere Themen

          Gigantische Olympische Ringe Video-Seite öffnen

          Sommerspiele in Japan : Gigantische Olympische Ringe

          Die Installation ist 32,6 Meter breit und 15,3 Meter hoch. Sie soll in der Bucht von Tokio vor Anker gehen, in der Schwimm- und Triathlonwettbewerbe stattfinden. Die Olympischen Sommerspiele beginnen am 24. Juli.

          Topmeldungen

          Libyens Rebellenführer Haftar : Der eigensinnige Kriegsherr

          Die Bemühungen um Frieden in Libyen kreisen vor allem um Chalifa Haftar. Er gilt als ausgesprochen stur - sogar seinen Förderer Putin stieß er vor den Kopf. Auf Betreiben der Vereinigten Arabischen Emirate?
          Die Bundesliga in Aktion: Die Medienpartner verlangen nach Spannung.

          TV-Vermarktung : Das Milliardenspiel der Topklubs

          Die deutschen Topklubs stehen vor der größten Auktion ihrer Geschichte. Die Vermarktung der Fernsehrechte spült ihnen Milliarden in die Kassen. Streaming-Dienste bringen sich in Position – und das Kartellamt ist alarmiert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.