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Rob Cross besiegt Phil Taylor : Vom Elektriker zum Darts-Weltmeister

  • Aktualisiert am

Wurf ins Glück: Rob Cross ist der neue Darts-Weltmeister Bild: dpa

Rob Cross braucht nur eine Saison im professionellen Darts-Zirkus, um Weltmeister zu werden. Nun ist der Elektriker der neue Herausforderer von Branchenprimus Michael van Gerwen.

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          In englischen Pubs werden sich derzeit viele Hobby-Dartsspieler fragen, ob sie nicht auch mal etwas ambitionierter zu Werke gehen sollten. Seit sich am Neujahrsabend Rob Cross erstmals den Weltmeistertitel sicherte, scheint der Weg vom Dartboard in der Kneipe bis auf die größte Bühne des Spiels im Londoner Alexandra Palace plötzlich gar nicht mehr so weit. Denn der 27 Jahre alte Cross, der dank eines 7:2-Endspielsiegs gegen die Darts-Legende Phil Taylor zum Sensations-Weltmeister wurde, spielt gerade einmal seit einem Jahr mit professioneller Konsequenz. Davor war er Elektriker. Sein Kampfname ist entsprechend „Voltage“, der englische Ausdruck für „elektrische Spannung“.

          Beim Finale war „Voltage“ diesmal stärker als „The Power“, wie der 16-malige Weltmeister Taylor genannt wird. Cross ließ ihm keine Chance, schlug den 30 Jahre älteren Rekord-Champion in dessen letztem WM-Spiel vor dem angekündigten Karriereende dank bemerkenswerter Konstanz mit durchschnittlich 107 Punkten pro Aufnahme von je drei Würfen (die jeweils maximal 60 Punkte einbringen können) sowie einer Quote von gut 70 Prozent bei den abschließenden Würfen auf die Doppelfelder.

          „Ich fühle mich großartig. Das ist meine erste Trophäe“, sagte Cross, der in dem Jahr geboren wurde, als Taylor erstmals Weltmeister wurde. Mittlerweile hat Cross drei Kinder und ist verheiratet. Seine Familie bezeichnet er als seine größte Motivation: „Sie sind mein Antrieb. Sie sind alles, was ich brauche.“

          Motivation durch die Familie: Cross mit Sohn Leyton Bilderstrecke
          Motivation durch die Familie: Cross mit Sohn Leyton :

          Genug Antrieb auch für weitere Erfolge scheint Cross zu haben. Er wolle alle Titel gewinnen, sagte er nach dem bisherigen Höhepunkt seiner noch jungen Karriere. Und schob hinterher: „Warum nicht versuchen der nächste Phil Taylor zu werden?“

          Lob der Legende

          „Er ist so, wie ich es vor 30 Jahren war“, lobte Taylor seinen siegreichen Rivalen. Für die nächsten Jahre sagen einige Experten nun eine Rivalität zwischen Rob Cross und dem dominierenden Darts-Spieler der vergangenen Jahre, Michael van Gerwen, voraus. Der Niederländer führt die Weltrangliste mit rund einer Million Euro Preisgeld Vorsprung an.

          „Er ist die Nummer eins und das ist auch das, was ich will“, sagte Cross. Und gab sich selbstbewusst: „Ich bin bereit für die Herausforderung und will weiter gewinnen.“ Dass Cross sich besonders anstrengen wird, hat auch private Gründe: nach einer nicht lange zurückliegenden Niederlage gegen van Gerwen habe sich sein Sohn die Augen ausgeheult, erinnerte sich Cross. „Das kann so für mich nicht weitergehen.“ Auf seinem Weg zur WM-Krone räumte er „Mighty Mike“ im Halbfinale schon einmal aus dem Weg.

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