https://www.faz.net/-gtl-9ib3w

Dart-Spieler Unterbuchner : „Die Scheibe ist genauso groß“

Den Pfeil in der Hand, die Scheibe im Visier: Michael Unterbuchner strebt die große Darts-Karriere an. Bild: Frank Röth

Nach der WM ist die nächste WM im Darts: Michael Unterbuchner steht im Achtelfinale des Turniers des kleineren Dartsverbands BDO. Im Interview spricht er vor dem Spiel über Unterschiede zur lukrativeren PDC und seine angestrebte Profikarriere.

          Michael Unterbuchner spielt bei der BDO-WM als ein Mitfavorit um den Titel. Er wäre der erste deutsche Weltmeister in der urenglischen Kneipensportart. Am Mittwoch spielt er ab 16.15 Uhr gegen den Waliser Wayne Warren. Das Spiel ist in Deutschland über einen Youtube-Livestream zu verfolgen.

          Der Darts-Weltmeister Michael van Gerwen ist gekürt und jetzt spielen Sie schon um den nächsten Weltmeistertitel. Wie erklären Sie das?

          Es gibt halt zwei verschiedene Verbände und es werden zwei Weltmeister gekürt. Und beide eben im Januar.

          Ist das eine Flut an Titeln wie beim Profi-Boxen?

          Es ist historisch in bisschen anders. Vor 25 Jahren haben sich einige Spieler von der BDO abgespalten und eine Profitour ins Leben gerufen. Bei der PDC sind die Vollzeitprofis am Start, die nur noch Darts spielen. Bei uns in der BDO arbeiten grundsätzlich alle noch ganz normal in ihrem Job. Die Verdienstmöglichkeiten sind nicht so gewaltig.

          Sie treffen nach dem 3:2-Sieg gegen den Australier Justin Thompson am Mittwochnachmittag (16.15 Uhr im Youtube-Kanal de BDO oder direkt hier) auf den Waliser Wayne Warren. Bei Ihnen geht es nun um 100.000 britische Pfund für den Weltmeister, bei der PDC ist der Weltmeister gerade um eine halbe Million vermögender geworden. Ist die BDO-WM deshalb eine B-WM?

          Man kann es so sehen. Auch bei der BDO können alle exzellent Darts spielen. Aber man muss schon sagen, dass es nicht ganz so hochklassig abgeht wie bei der PDC. Man merkt, dass sie konstanter spielen. Das fehlt den BDO-Spielern und auch mir noch. Die Kunst im Darts ist es eben nicht, mal ein paar gute Legs zu spielen. Das können sehr viele auch in Deutschland. Die große Qualität ist es, das über Stunden konstant abzurufen. Je länger ein Spiel dauert, umso mehr sind die besten PDC-Profis mir und anderen BDO-Spielern sicher noch einiges voraus.

          Sie haben im vergangenen Jahr beides erlebt: Sie haben bei der BDO als Qualifikant das WM-Halbfinale erreicht, waren als erster Deutscher Weltranglistenerster und sind sogar zum BDO-Spieler des Jahres gekürt worden. Sie haben aber auch beim Grand Slam of Darts erstmals als einer von acht geladenen BDO-Spielern an einem PDC-Turnier mitspielen dürfen. War das trotz ihres Spitzenniveaus eine andere Welt?

          Es wird alles professioneller aufgezogen. Das Drumherum ist anders mit ein paar strengeren Regeln. In den Hallen ist es natürlich viel lauter, mehr Partystimmung zwischen Oktoberfest und Karneval. Aber das Wichtigste: Die Scheibe ist genauso groß wie bei der BDO.

          Und genau so wie bei der BDO haben Sie beim Grand Slam direkt einen Überraschungserfolg gelandet mit einem Sieg gegen den Weltklassemann James Wade und dem Einzug ins Viertelfinale. Kurze Zeit später haben Sie bekanntgegeben, dass Sie 2020 einen Versuch bei der PDC starten werden. Hat der Erfolg Lust auf mehr geweckt?

          Sicherlich habe ich durch meine Erfolge im vergangenen Jahr ein gewisses Selbstbewusstsein gesammelt. Der Grand Slam spielte da sicherlich eine gewisse Rolle, um mich endgültig vom Versuch zu überzeugen. Das war schon sehr verlockend, da mitspielen und vor allem auch mithalten zu können. Das hat den Wunsch bestärkt, das Hobby zum Beruf zu machen.

          Warum warten Sie noch ein Jahr?

          Weitere Themen

          Zverev müht sich ins Halbfinale

          Tennis-Turnier in Genf : Zverev müht sich ins Halbfinale

          Kurz vor den French Open hat Alexander Zverev ein Erfolgserlebnis. Der Fünfte der Weltrangliste steht beim Turnier in Genf im Halbfinale. Auf dem weg dorthin hat er allerdings mehr Mühe, als ihm lieb sein kann.

          Keine Mammut-WM in Katar Video-Seite öffnen

          Nur 32 statt 48 Teams : Keine Mammut-WM in Katar

          Wie die Fifa bekannt gab werden bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar genau so viele Teams wie in den letzten Jahren antreten. Zuvor hieß es, die Anzahl an teilnehmenden Nation sollte auf 48 Mannschaften aufgestockt werden.

          Mehlhaufen mit Mehrwert

          Junger Wetterforscher : Mehlhaufen mit Mehrwert

          Tüfteln macht ihm noch mehr Freude, seitdem er Preise einheimst. Abiturient Max will Wettervorhersagen präzisieren. Auslöser war ein Unwetter in der Eifel.

          Die Erfolge des Niki Lauda Video-Seite öffnen

          Formel-1-Legende gestorben : Die Erfolge des Niki Lauda

          Der Österreicher Niki Lauda feierte in der Formel 1 große Erfolge und ließ sich auch von Unfällen und Verletzungen nicht unter kriegen. Die rote Kappe wurde zu seinem Markenzeichen. Mit 70 Jahren ist er nun im Kreis der Familie verstorben.

          Topmeldungen

          FAZ Plus Artikel: Zukunftstechnologien : Mit Visionen gegen Dystopien

          Die Zukunft hält für uns derzeit vielfältige Drohszenarien bereit – aber das ist kein Grund, sich in Vergangenheit zu flüchten. Das Potential mutigen Denkens zeigt allein die Debatte um allgemeine KI.

          „Die Zerstörung der CDU“ : Das Rezo-Video im Faktencheck

          Klima, Wohlstand, Krieg und Protestkultur: Eine zornige Abrechnung wird zum Internethit. Was hält einer genaueren Betrachtung stand? Eine kritische Perspektive auf die vier zentralen Themen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.