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Dank Silber und Draisaitl : Warum Eishockey zurück auf der Landkarte ist

  • -Aktualisiert am

Zurück in Köln: Leon Draisaitl (rechts) gegen Tobias Viklund Bild: dpa

Die amerikanische Profi-Liga NHL ist zu Gast und mit ihr ein deutscher Weltstar. Leon Draisaitl spielt mit den Edmonton Oilers in Köln gegen die Haie. Dabei wird deutlich: Deutschland ist als Eishockey-Nation wieder wer.

          Marco Sturm hat in den vergangenen Monaten viele Schulterklopfer erlebt. Die meisten davon natürlich in Deutschland, bei all den Ehrungen und Empfängen wegen des Gewinns der olympischen Silbermedaille in Pyeongchang. Aber auch in Nordamerika war der Eishockey-Bundestrainer ein gefragter Mann. Wann immer Sturm dieses Jahr in die Vereinigten Staaten reiste, konnte er sich vor Glückwünschen kaum retten. „Man wird als Deutscher nun anders wahrgenommen“, sagt auch Franz Reindl, der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB).

          Am Mittwoch schaute ein Teil der Eishockey-Welt für einige Stunden nach Deutschland. Der kanadische Traditionsverein Edmonton Oilers war bei den Kölner Haien zu Gast und setzte sich erst nach Verlängerung 4:3 gegen den DEL-Klub durch. Das Spiel war Teil der „NHL Global Series“ – der internationalen Veranstaltungsreihe der nordamerikanischen National Hockey League, die ihre Mannschaften seit Jahrzehnten auf fremde Kontinente schickt, um für sich zu werben. Bereits in den 1950er-Jahren kam sie erstmals nach Deutschland.

          In den vergangenen Jahren hatte die NHL einen Bogen um Deutschland gemacht. Sie kam lieber nach Schweden oder sogar nach China. Doch das Olympia-Silber und die Entwicklung von Leon Draisaitl haben Deutschland „zurück auf die Landkarte gebracht“, sagte NHL-Vizepräsident Bill Daly nun in Köln. Weil Draisaitl mit gerade mal 22 Jahren einer der Stars in Edmonton ist und aus Köln stammt, lag das Duell zwischen alter und neuer Heimat nahe. Dass die Kölnarena Deutschlands größte Halle ist, kam der NHL gerade recht. Und trotzdem waren 18.700 Tickets binnen zehn Minuten verkauft. Deutschland spiele „eine wichtige Rolle“ bei der Auslandsvermarktung der NHL, sagte Daly. Deshalb wolle die Liga den Schwung der Silbermedaille nun nutzen, um „das deutsche Eishockey weiterzuentwickeln“.

          Eine besondere Rolle kommt dabei Leon Draisaitl zu. Nie war ein deutscher Eishockeyspieler im Alter von 22 Jahren weiter, nie hat ein Deutscher in der NHL mehr Scorerpunkte in einer Saison gesammelt, nie hat einer derart viel Wertschätzung erfahren. Er sei einer der Führungsspieler, sagt Trainer Todd McLellan. Und einer der Fan-Lieblinge: Weltweit werden Tausende Trikots mit seiner Nummer 29 verkauft, sein Vertrag bei den Oilers garantiert ihm über acht Jahre 68 Millionen Dollar Gehalt. Dass er nun mit seinem NHL-Team gegen den Verein spielen durfte, bei dem er einst das Eishockeyspielen erlernte und bei dem sein Vater Peter nun die Profis trainiert, sei ein „einmaliges Erlebnis“. Zumal er den riesigen Oilers-Tross Anfang der Woche durch seine Heimatstadt führen durfte: Dom, Schokoladenmuseum, Rheinschifffahrt, Brauhaus.

          Die Kanadier fanden das alles schwer beeindruckend. Und bedankten sich mit netten Worten für die Gastfreundschaft. „Das deutsche Eishockey wird unterschätzt“, sagte beispielsweise Connor McDavid, der beste Spieler der Welt. Doch das dürfte seit Olympia und Draisaitls Leistungsexplosion vorbei sein. NHL-Vize Daly kündigte an, dass die Liga möglichst bald wieder nach Deutschland komme. Dann für ein Pflichtspiel.

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