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Daniel Hopp im Gespräch : „Wir sind keine Wohlfühloase“

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Bühne frei: Der Mannheimer Ullmann (links) und Torhüter Endras gehen mit Erwartungsdruck ins Jubiläumsjahr Bild: imago sportfotodienst

Daniel Hopp, Sohn des SAP-Gründers Dietmar Hopp, will als Eigentümer der Adler Mannheim zurück zu früherem Erfolg. Im F.A.Z.-Interview spricht er über den DEL-Saisonstart, Treue zum Trainer und Versprechen an den Vater.

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          Stimmt es, dass Sie sich, als Sie volljährig wurden, bei Ihrem Vater als Geschenk einen Torwart für die Mannheimer Adler aussuchen durften?

          (lacht) Das wäre damals nicht nötig gewesen, denn sie hatten ja Mike Rosati, das war ein richtig Guter. Aber im Ernst: Der Einstieg unserer Familie bei den Adlern fand 1998 rund um meinen 18. Geburtstag statt. Wir haben uns damals jedoch nicht engagiert, weil das mein größtes Verlangen war. Sondern schlicht und ergreifend, weil der Klub vor der Pleite stand, und wir ihn retten wollten.

          Werden die Adler dieses Jahr Meister?

          Das ist keine Frage, die uns momentan sonderlich interessiert. Wir haben uns intensiv damit beschäftigt, was in den letzten Wochen der alten Saison verkehrt gelaufen ist, und sind dabei, die richtigen Lehren aus den Versäumnissen der Play-offs zu ziehen, um sie am besten nicht zu wiederholen.

          Welche sind das?

          Wir haben viele Stellschrauben angezogen, in der Hoffnung, dass damit alles besser sitzt. Zuerst haben wir die Mannschaft neu zusammengestellt und einen weiteren Betreuer für das Team hinzugenommen. Außerdem wurden während der Vorbereitung andere Schwerpunkte gesetzt, fast immer mussten die Spieler zweimal am Tag trainieren. Ambitionen werden bei uns seit Jahren immer von außen hereingebracht. Wir bekommen immer den Stempel verpasst: Meisteranwärter! Egal, ob wir wollen oder nicht. Aber natürlich ist es unser Interesse, dass wir bei der Vergabe des Titels ein Wort mitreden.

          Sie haben gesagt, während des Sommers sei bei den Adlern „alles auf den Prüfstand“ gekommen. Was gab den Ausschlag, trotz des frühen Scheiterns im Play-off-Viertelfinale mit Trainer Harold Kreis weiterzumachen?

          Weil bei der Prüfung für mich herauskam, dass ganz vieles mit ihm und durch ihn sehr gut läuft. Der Trainer, seine Assistenten und wir gehen jetzt ins vierte gemeinsame Jahr. Da ist Vertrauen entstanden, das durch Krisen nicht so leicht erschüttert wird. Sicher sind die zwei Wochen im März sehr schwarze Wochen für uns alle gewesen. Alleine deswegen sollte aber niemand vergessen, was wir in den drei Spielzeiten zuvor aufgebaut haben.

          Was meinen Sie damit konkret?

          Wir haben die Adler neu ausgerichtet. Wir sind jünger geworden, bauen mehr Spieler aus dem eigenen Nachwuchs ein. Aktuell stehen acht Profis im Kader, die in unseren Junioren-Abteilungen groß geworden sind. Unser Fokus liegt wieder viel mehr auf deutschen Spielern. Auch das ist ein Verdienst von Harold Kreis. Deshalb halten wir mit ihm den Kurs, weil die Grundrichtung die richtige ist.

          Hat Kreis den schwierigsten Job in der DEL, weil die Adler als der FC Bayern des deutschen Eishockeys gelten und der Anspruch bei Ihnen höher ist als anderswo?

          Wir haben gewisse Erwartungen, das stimmt. Doch darauf muss man sich als Trainer überall einstellen. Ich glaube nicht, dass der Druck zum Beispiel in München, Hamburg oder Köln, alles Städte mit einer heterogenen Medienlandschaft, auf die Coaches der dortigen Eishockeyteams geringer ist. In der DEL ist Berlin längst das Maß aller Dinge geworden. Sie geben seit Jahren den Ton an, und wir konnten zuletzt leider nicht mithalten. Aber wir wollen es ändern: In der neuen Saison möchten wir in der Reihe der Eisbären-Jäger vorne dabei sein.

          In der Stadt Mannheim gibt es keinen Fußball-Profiklub, der den Adlern in die Quere kommt. Lässt sich davon beim Werben um Fans oder Sponsoren profitieren?

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