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Dallas Mavericks : Der effektive Nowitzki

  • -Aktualisiert am

Zupackend, auch noch mit 35 Jahren: Dirk Nowitzi Bild: USA Today Sports

Gegen die San Antonio Spurs haben Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks in der ersten Play-off-Runde der NBA eigentlich keine Chance. Doch der deutsche Basketballstar gibt sich entspannt.

          3 Min.

          Wenigstens einen kleinen positiven Aspekt hatte der achte Rang von Dirk Nowitzki mit den Dallas Mavericks zum Abschluss der Hauptrunde: Die Basketballprofis haben einen Tag mehr Zeit, sich zu erholen, bevor sie in der ersten Play-off-Runde der Nationalen Basketball-Liga (NBA) am Sonntag (19.00 Uhr MESZ) gegen die San Antonio Spurs antreten. Pause machen, ausruhen, durchatmen, das tut nach 15 Jahren in der Knochenmühle NBA mit gut und gerne 100 Begegnungen pro Saison (inklusive Länderspielen) vor allem Dirk Nowitzki gut.

          Für den besten Basketballspieler Deutschlands, nach wie vor ein Star in der NBA, bedeutet die Qualifikation für die Play-offs Mehrarbeit. Er wird sehr viel länger auf dem Parkett stehen und mitkämpfen müssen als in der sogenannten regulären Saison, als ihm der Trainer Auszeiten gönnte. Als ihm in einem der letzten Spiele vor Beginn der Serie (best of seven) gegen San Antonio erstmals wieder eine derartige körperliche Belastung abverlangt wurde, war der 35-Jährige hinterher ziemlich aus der Puste. „Ich habe im vierten Viertel schwer geatmet.“ Sehr viel mehr als ein Pensum von knapp 40 Minuten (die reguläre Spielzeit liegt in der NBA bei 48 Minuten) habe er wohl nicht im Tank. Aber Coach Rick Carlisle ist zuversichtlich: „Er hat gelernt, sich nicht zu verausgaben.“

          Vier Begegnungen, vier Niederlagen

          Ein taktisch kluges Spiel wird nötig sein, denn der nächste Gegner ist ein ziemlich schwerer Brocken. Während die Mavericks 49 von 82 Begegnungen in der sogenannten regulären Saison gewannen, kamen die Spurs auf 62 Siege - die beste Bilanz aller 30 Teams in der Liga. Und nicht nur das. Von den vier Begegnungen der beiden Mannschaften in dieser Saison verlor Dallas vier. Trotzdem will der Würzburger, der 2011 den Titel gewonnen hatte und vor wenigen Tagen in der ewigen Tabelle der Punktbesten einen weiteren Platz - auf den zehnten Rang - nach oben geklettert war, seine Meisterschaftsambitionen nicht gleich abschreiben.

          Er klang tiefenentspannt und gelassen, als er am Donnerstag deutschen Journalisten im Rahmen einer Telefonpressekonferenz den Stand der Dinge beschrieb. „San Antonio ist der schwere Favorit. Aber ich hoffe doch, dass wir sie ein bisschen ärgern können.“ Weder mache er sich Sorgen um die Knieprellung, die er am Mittwoch bei der Niederlage gegen die Memphis Grizzlies erlitten hatte. Noch scheint ihn der Gegner aus der Reserve zu locken.

          „Normalerweise braucht man in den Play-offs keine besondere Motivation. Wir sind eine von sechzehn Mannschaften, die eine Chance hat, um den Titel zu spielen. Das ist Motivation genug. Wir müssen einfach in Spiel eins alles geben und schauen, was am Schluss dabei herauskommt.“ Und da sei dann auch egal, dass das erste Match in San Antonio ausgetragen wird. „Ob das Spiel in Alaska stattfindet oder irgendwo: Du konzentrierst dich rein auf die 48 Minuten und deine Mannschaft.“

          Tatsächlich kommt man in den NBA-Play-offs nur dann weiter, wenn man in jeder Auseinandersetzung den Gegner in Schwierigkeiten bringt. Was die Angriffsleistung angeht, sollte das den Mavericks eher leichtfallen. Es ist zumindest nach wie vor die Spezialität des Würzburgers. Zwar schwankte seine Wurfquote im Verlauf der Saison. Aber sowohl der Coach, die Mitspieler als auch der Teambesitzer sind überzeugt, dass vor allem Nowitzkis Qualität Dallas im Spiel hielt.

          Ein Sprungwurf in vielen Varianten

          Dazu hatte allerdings zuletzt auch der Wurfdoktor aus Deutschland seinen Teil beigetragen: Holger Geschwindner, Nowitzkis Mentor, Manager und persönlicher Trainer, flog früher als geplant aus Deutschland ein und schraubte mit ihm in der Trainingshalle an den Nanofeinheiten seiner Wurfmechanik. „Da schleichen sich immer wieder kleine Fehler ein“, sagt Dirk Nowitzki, der in der besten Liga der Welt seit fünfzehn Jahren vor allem von einem zehrt: von einem Sprungwurf in vielen Varianten, gegen den ein einzelner Verteidiger so gut wie gar nichts ausrichten kann.

          Aber zusammen mit Geschwindner braucht der 35-Jährige nie lange, um das Gespür für die Bewegungsabläufe wiederzufinden. Schon die ersten 30 bis 45 Minuten für eine Trainingseinheit sorgen dafür, dass der Ball wieder häufiger das Ziel findet. Nach wenigen Tagen profitiert auch der Kopf: „Es hilft meinem Selbstvertrauen. Und wenn sich der Wurf gut anfühlt, dann greife ich auch mehr an.“

          Für viel mehr als 40 Minuten reicht es nicht mehr

          Aber nicht nur Nowitzki, der, statistisch gesehen - etwa gemessen an der Zahl der Angriffszüge des Teams -, so effektiv spielt wie schon Jahre nicht mehr, garantiert Dallas Punkte (21,7 im Schnitt pro Partie). Das gilt für die gesamte Mannschaft, deren Offensivleistung zum Besten gehört, was die Liga in diesem Jahr zu bieten hat. „Wir haben meine Erwartungen übertroffen“, sagte Trainer Rick Carlisle, der mit den Guards Monta Ellis und Jose Calderon eine Reihe von Optionen hat, vor allem auch dann, wenn der oft von zwei Gegnern gedeckte Nowitzki den Ball passt, sobald er bedrängt wird.

          Der Grund, weshalb es das Team nur gerade so in die Play-off-Runde schaffte, ist aber unübersehbar: die zu schwache Defensive. Dallas gelingt es selten, Fastbreaks (schnelle Angriffe der Gegner) zu stoppen oder die Zone rund um den eigenen Korb effektiv abzuschirmen. Mal fehlt es an der Kondition, mal vielleicht auch am Willen. Aber oft genug wirken Nowitzki und seine Nebenleute in ihren Reaktionen auf das Spiel der Angreifer desorganisiert.

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