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Dallas Mavericks : „Da gehts zack, zack, zack“

  • -Aktualisiert am
Großmeister: Nowitzki gibt Auskunft über den neuen Mavericks-Jahrgang
          3 Min.

          Das Team der Dallas Mavericks hat trainingsfrei und Dirk Nowitzki steuert das Vereinsbüro in der Taylor Street an. „Irgendwo dort soll sie stehen“, sagt der Deutsche. So hat er es jedenfalls gehört. Gemeint ist die Bill-Russell-Trophy, die ihm, dem „wertvollsten Spieler“ der NBA-Finalserie, nach dem erlösenden Titelgewinn der Mavericks bei den Miami Heat vom Namensgeber persönlich überreicht wurde.

          Eigentlich wollte Nowitzki den Pokal im Sommer schon mit nach Würzburg bringen und ihn beim Empfang in seiner Heimatstadt den Tausenden Fans präsentieren. Auf dem Weg von Texas nach Bayern sollte der Silbercup mit dem kleinen goldenen Basketball obendrauf nur noch einen Zwischenstopp in New York machen, weil die Liga dort Nowitzkis Namen eingravieren wollte. Doch die Trophäe kam nie dort an. Durch den Lockout stellte die NBA vom 1. Juli an ihre Geschäfte ein. Den Spielern war jeglicher Kontakt zu den Vereinen untersagt, und Nowitzkis Pokal verbrachte den Sommer und Herbst in Downtown Dallas.

          Knapp vier Kilometer sind es von der Trainingshalle im American Airlines Center bis zur Taylor Street. Nowitzki will „mal rüberfahren und schauen, ob die Trophy noch da ist.“ Anschließend soll sie endlich nach New York zum Graveur. Nowitzki hofft, dass das gute Stück an Weihnachten wieder in seinem Besitz ist. Dann kommt wie in jedem Jahr seine Familie zu Besuch. Und dann werde seine Mutter den Pokal bestimmt abgreifen wollen, um sie daheim in Würzburg in die Vitrine zu stellen. Da stünden sowieso fast alle Auszeichnungen aus seiner Basketballkarriere drin.

          Den Meisterring hingegen, das hat sich der Sohn fest vorgenommen, wird Helga Nowitzki nicht nach Franken mitgehen lassen. „Die Trophäe kann sie haben, aber den Ring will ich jeden Tag sehen.“ Wann die Mavericks die Schmuckstücke überhaupt bekommen, ist noch unklar. Erst am Wochenende hatten sich Nowitzki, Jason Kidd und Jason Terry mit Teambesitzer Mark Cuban auf ein Design geeinigt und sich dabei am Meisterring des Eishockeyteams der Chicago Blackhawks orientiert. Der Klunker des NHL-Champions von 2010 ist mit 404 kleinen Diamanten besetzt.

          Training im kleinen Kreis: Und Nowitzki steht Rede und Antwort
          Training im kleinen Kreis: Und Nowitzki steht Rede und Antwort : Bild: dpa

          Ob die Saisonaussichten des neuen Mavericks-Teams ebenso glänzend sind, mag Nowitzki derzeit noch nicht einschätzen. Die Frage, wie viel „Meister“ überhaupt noch in Dallas stecke, beantwortet Nowitzki mit einem Lachen. „Die Mannschaft ist schon ein bisschen anders“, sagt der Kapitän. Center Tyson Chandler hat bei den New York Knicks unterschrieben, Spielgestalter Jose Juan Barea steht ebenfalls vor einem Wechsel. Nowitzki nennt beide „wichtige Komponenten.“

          Als Dallas am vergangenen Freitagnachmittag die erste Übungseinheit absolvierte, liefen lediglich zehn Spieler zwei Stunden lang über das Parkett der Trainingshalle. Neuzugang Rudy Fernandez saß aufgrund von Visa-Problemen noch in seiner spanischen Heimat fest. Mittlerweile ist der Kader auf 14 Profis angewachsen. Nur noch ein Platz ist offen. Cuban und Manager Donnie Nelson haben das Vertrauen gerechtfertigt, dass Nowitzki in sie gesetzt hatte.

          Ein früherer Bayreuther kommt nach Dallas

          Die Macher der Mavericks holten den erfahrenen Vince Carter, banden den immer engagierten Brian Cardinal für ein weiteres Jahr und verpflichteten mit Aufbauspieler Drew Neitzel einen ehemaligen Bundesligaprofi, der zuletzt für den BCC Bayreuth am Ball war. Schließlich lockten sie am Sonntag noch Lamar Odom von den Los Angeles Lakers weg.

          Einst Bundesliga, bald NBA: Drew Neitzel kommt zu den Dallas Mavericks
          Einst Bundesliga, bald NBA: Drew Neitzel kommt zu den Dallas Mavericks : Bild: dapd

          Die Verpflichtung des Power-Forwards, der in der vergangenen Saison als erster Spieler in der ruhmreichen Lakers-Historie die Auszeichnung zum besten sechsten Mann der Liga gewann, sorgte bei Nowitzki für ungekannte Euphorie: „Ich freue mich, bin immer ein Fan seines Spiel gewesen. Er ist sehr groß und wird gut bei uns reinpassen.“ Und Trainer Rick Carlisle, für gewöhnlich kein Mann der großen Worte, sprach begeistert vom „derzeit wahrscheinlich besten Forward-Trio der Liga“, das ihm jetzt mit Nowitzki, Odom und Shawn Marion zur Verfügung stehe.

          „Ausgerechnet zu denen“

          In Los Angeles indes reagierte Superstar Kobe Bryant beleidigt auf die Neuigkeiten aus Nordtexas. „Ausgerechnet zu denen“, ärgerte sich der 33-Jährige. Dallas hatte den Lakers schließlich in der vorigen Playoff-Viertelfinalserie eine 4:0-Lektion erteilt. „Wir wollten doch alle zurückkommen, zusammen einen neuen Anlauf starten“, sagte Bryant. „Mir gefällt der Wechsel nicht.“ In Odom verlieren die Lakers einen geschätzten, vielseitigen und flexibel einsetzbaren 2,08-Meter-Mann. Und Dallas bekommt jemanden, der weiß, wie man den Titel verteidigt. Er wurde 2009 und 2010 mit den Lakers Meister.

          In der vergangenen Saison Rivalen unterm Korb, ab sofort Teamkameraden: Lamar Odom (l.) wird Nowitzkis Mitspieler
          In der vergangenen Saison Rivalen unterm Korb, ab sofort Teamkameraden: Lamar Odom (l.) wird Nowitzkis Mitspieler : Bild: dapd

          Mit seinen 32 Jahren passt Odom wie auch Carter (34) bestens in das Altersgefüge der Mavericks, deren vermeintliche Startformation ein Durchschnittsalter von 34 Jahren aufweist. Keine ideale Konstellation für eine Saison, in der bis Ende April 66 Spiele anstehen und die Mannschaft mitunter fünf Partien innerhalb von sechs Tagen absolvieren muss. „Da gehts zack, zack, zack und da kommt es auch auf die Reservisten an, die uns etwas Luft verschaffen müssen“, sagt Nowitzki. Er kokettiert zwar gerne mit dem gehobenen Alter des Teams, verweist aber ebenso genüsslich auf die vergangene Saison. „Da waren wir auch eine der ältesten Mannschaften und haben trotzdem die Meisterschaft geholt.“

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