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Triathlon-Reizfigur Al-Sultan : „Es gibt nur noch Anordnungen von Mutti“

  • -Aktualisiert am

Triathlon-Bundestrainer Faris Al-Sultan sieht sich Kritik an seinen Äußerungen in der Corona-Krise ausgesetzt. Bild: dpa

Seit Beginn der Corona-Krise sorgt Faris Al-Sultan bei Twitter für Wirbel. Verbreitet der Bundestrainer der Triathleten Verschwörungstheorien? Er sieht das auf Anfrage der F.A.Z. ganz anders. Doch einem platzt nun der Kragen.

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          Daniel Grohmann ist der Kragen geplatzt. Der Vorsitzende des brandenburgischen Triathlon-Verbandes hatte über Wochen den Twitter-Account von Faris Al-Sultan verfolgt, dem Hawaii-Sieger von 2005 und seit anderthalb Jahren Bundestrainer der deutschen olympischen Triathleten. Grohmann hat es mit wachsendem Befremden getan – und schließlich mit einer ordentlichen Portion Sorge und Wut im Bauch. Al-Sultan, sagt er, habe lange Zeit kaum auf Twitter stattgefunden, aber nun, in der Corona-Krise, sei „er völlig losgelöst, der gibt jetzt richtig Gas“. Und zwar in einer verschwörungstheoretischen Richtung, die, sagt Grohmann, „des Amtes eines Bundestrainers nicht würdig ist“.

          Al-Sultan, Münchner mit irakischen Wurzeln, liefert seit Beginn der Corona-Krise auf seinem Twitter-Account Statistiken, Beiträge und Statements von Dritten, darunter ein geteiltes Facebook-Posting, in dem „den Vögeln in Berlin“ mitgeteilt wird, dass „jetzt Schluss mit lustig“ und zu hoffen sei, „dass das Volk langsam aufwacht und den Druck erhöht“. Für die Corona-Pandemie findet Al-Sultan ein Beispiel aus dem Tierleben. „Einige Menschen“, schreibt er, „reagieren auf das Coronavirus stärker als andere wie bei einem Bienenstich. 1,2–3,4% (http://allum.de) reagieren ziemlich dramatisch. Töten wir deshalb alle Bienen?“

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