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Corona statt Champions League : „Es bricht uns das Volleyballer-Herz“

Vergeblich gestreckt: Spieler des VfB Friedrichshafen dürfen nicht am eigenen Turnier der Champions League teilnehmen Bild: dpa

Der VfB Friedrichshafen wird hart getroffen in dieser Saison. Erst verliert das Team über Nacht seine Spielstätte. Nun erfolgt wegen Corona der kampflose Rückzug aus der Champions League.

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          Gleich sechs Corona-Fälle in den eigenen Reihen zwingen den VfB Friedrichshafen dazu, seine Teilnahme am eigenen Turnier im Rahmen der Volleyball-Champions-League abzusagen. Die Gastmannschaften aus Russland, Tschechien und Italien, Lokomotiv Novosibirsk, CEZ Karlovarsko und Trentino Itas, dürfen dagegen von Dienstag an ohne den Gastgeber zu den Spielen in der Zeppelin-Cat-Halle A1 in Friedrichshafen antreten. Die Partien des Bodensee-Teams werden jeweils mit 0:3 gewertet. Der Traum vom Einzug ins Viertelfinale der europäischen Königsklasse ist für den Bundesliga-Tabellenführer damit jäh geplatzt.

          Achim Dreis
          Sportredakteur.

          „Es bricht uns das Volleyballer-Herz“, sagt der Geschäftsführer des VfB Friedrichshafen, Thilo Späth-Westerholt, in einer Erklärung zum Rückzug des Teams so kurz vor dem ersten Aufschlag. Doch die Gesundheit der Angestellten und der Bevölkerung seien „wichtiger als die Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb. Wenn wir an die ganzen Toten aufgrund des Virus denken, ist es gar nicht denkbar, irgendetwas zu riskieren.“ Grund für die Maßnahme in Abstimmung mit dem zuständigen Gesundheitsamt waren der Ausfall des kompletten Trainerstabs um Chefcoach Michael Warm sowie von drei Spielern, die jeweils positiv auf das Corona-Virus getestet worden waren.

          Schon das Bundesligaspiel am Samstag gegen die Helios Grizzlys Giesen war abgesagt worden, zu diesem Zeitpunkt allerdings nur wegen eines Verdachtsfalls. Aufgefallen war dieser erste positive Fall nach einer der routinemäßigen Kontrollen. „Wir können nicht gänzlich ausschließen, dass es doch eine weitere Infektion gibt“, bekennt Späth-Westerholt nun.

          Wegen der allgemeinen Corona-Pandemie war das Spielsystem der Champions League in dieser Saison schon angepasst worden. Die Vorrunde wird anstelle von einzelnen Hin- und Rückspielen in fünf Vierergruppen ausgespielt, die jeweils zwei Turniere im Format jeder gegen jeden ausspielen. Die fünf Gruppensieger und die drei besten Zweiten erreichen das Viertelfinale.

          Das Team des VfB Friedrichshafen lag dabei durchaus aussichtsreich im Wettbewerb. Beim ersten Turnier der Gruppe E Anfang Dezember in Trento hatten die „Häfler“ gegen CEZ Karlovarsko und Lokomotiv Novosibirsk jeweils 3:0 gewonnen und nur gegen Trentino Itas 0:3 verloren. Das Match gegen die Italiener sollte nun am Donnerstag Abschluss und Höhepunkt des Rückrundenturniers sein und war als eine Art Endspiel gedacht.

          Zweiter Rückschlag der Saison

          Nun müssen die Süddeutschen bereits den zweiten herben Rückschlag in dieser Saison hinnehmen. Im Herbst hatten sie schon über Nacht ihre Spielstätte verloren, als an der heimischen ZF-Arena, die zuvor als „Benchmark für Volleyball-Hallen“ galt, Baumängel festgestellt worden waren. Die Halle wurde geschlossen, und Deutschlands bekanntester und lange Jahre auch erfolgreichster Volleyballverein wurde über Nacht zum „Wanderzirkus“. Nach Wochen des Tingelns durch die Schulturnhallen der Region war es dann erst Anfang November möglich geworden, in der großen Messehalle ein Ausweichquartier zu beziehen.

          Um nun dort bei den Partien der Champions League so etwas wie Stimmung zu erzeugen, hatten die Macher des VfB versucht, ihr Stammpublikum trotz des Zuschauerverbots an den Spielen der Königsklasse teilhaben zu lassen. „Wir wollen die Fans mitsamt ihrem Sofa in die Halle holen“, hatte Späth-Westerholt erklärt. Möglich sollte dies durch eine Fan-Videokonferenz zum Livestream der Übertragung des Spiels werden.

          Jeder Fan, der sich vorher anmeldete, sollte die Möglichkeit bekommen, sich auf die LED-Leinwände in die Halle schalten zu lassen. „Die Spieler werden das wahrnehmen und auch den Jubel hören“, kündigte Späth-Westerholt an und meinte: „Besondere Zeiten brauchen eben besondere Maßnahmen.“ Doch besondere Zeiten halten eben auch besondere Überraschungen bereit.

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