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Triathlon kämpft um Zukunft : Der virtuelle Ironman

  • -Aktualisiert am

Strampeln in den eigenen vier Wänden: Jan Frodeno in seinem Haus in Spanien. Bild: dpa

Eine Marke sucht Wege aus der Krise und plant eine digitale Rennserie nicht nur für ihre Profis. Doch kann das wirklich die Zukunft eines Extremsports und seiner Ausnahmeathleten sein?

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          „Anything is possible!“ Alles ist möglich – mit dieser Botschaft lockt das Ironman-Label traditionell die Triathleten auf die Langstrecke. Pathos gehört zu Ironman wie Rennrad und Neopren, wie Laufschuhe und Aerohelm. Seit Mittwoch gibt es nun einen zweiten Werbetext, der in Zeiten von Corona das Überleben der Ironman-Veranstaltungen und das Geschäft mit den Träumen der Athleten sichern soll: „Anywhere is possible!“ Es ist nicht nur alles möglich, lautet die Botschaft, sondern auch überall. Um ein Teil der Ironman-Community zu werden, braucht man keinen See mehr, kein Meer, keine Straße, keinen Weg. Es reicht ein Raum, ein Indoor-Rad, ein Laufband, ein Zugseil, vielleicht auch eine Gegenstromanlage im Keller oder im Gartenpool, wenn das nötige Kleingeld dafür vorhanden ist.

          Am Mittwoch hat das Ironman-Unternehmen, das (noch) dem chinesischen Sportvermarkter Wanda Sports Group gehört, seinen Ironman Virtual Club vorgestellt. Er soll Athleten nach der Absage von weltweit vielen Rennen wegen der Corona-Pandemie eine Möglichkeit geben, sich vor einem Bildschirm als Ironman zu fühlen. Und das Unternehmen soll es der Rettung näher bringen in einer diffizilen Lage. Es geht um Rückzahlungen von Startgeldern in Millionenhöhe für Qualifikationsrennen für die Ironman-Weltmeisterschaft im Oktober auf Hawaii und die WM über die Halbdistanz im November in Neuseeland.

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