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Galopp plant Geisterrennen : Laufen sie wieder?

Trotz Coronavirus bald wieder unterwegs? Reiter bei einem Galopp-Rennen, hier 2018 in Hamburg Bild: dpa

Der Galopp-Sport in Deutschland war schon vor der Corona-Krise finanziell angeschlagen. Weitere Verluste sollen nun zumindest teilweise ausgeglichen werden – auch mit Rennen ohne Zuschauer. Doch es werden noch andere Szenarien geprüft.

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          Wenn die Entwicklung und die Behörden es zulassen, sollen vom 1. Mai an in Deutschland wieder Pferderennen stattfinden – allerdings ohne Publikum und in Anwesenheit von nur 70 Personen. Dieses günstigste von verschiedenen Szenarien erläuterte Michael Vesper, der Präsident des Verbandes Deutscher Galopp, bei einer Video-Pressekonferenz am Dienstag. Damit wäre auch die Austragung eines der großen Pfeiler des deutschen Galopprennsports, des für Ende Mai geplanten Frühjahrsmeetings in Baden-Baden, möglich, wenn auch in stark reduzierter Form. Bis Mitte Juni sollen auf diese Weise rund 20 Veranstaltungen abgehalten werden. Ein völlig überarbeitetes Rennprogramm ist in Arbeit. Seit 8. März finden auf deutschen Bahnen keine Pferderennen mehr statt.

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          Evi Simeoni
          Sportredakteurin.

          Mit diesem Programm, erläuterte Vesper, könne der finanziell schon vor der Corona-Krise darbende Rennsport in Deutschland aufrechterhalten bleiben. Man hoffe, durch Außenwetten einen Teil der Verluste, die Rennvereine durch den Ausfall ihrer Veranstaltungen erleiden, ausgleichen zu können. „Es hängt natürlich immer davon ab, was die Behörden zulassen“, betonte Vesper, der als ehemaliger stellvertretender Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens über beste Verbindungen zur Politik verfügt, gleich mehrmals.

          Anders als viele andere Sportarten kann der Rennsport die Zahl der bei seinen Veranstaltungen präsenten Personen stark begrenzen. Anwesend sein müssen Pferdepfleger und Tierarzt, Jockeys, Trainer, Offizielle, ein Rettungswagen wegen möglicher Unfälle und Kameraleute für die Übertragung der Rennen. Darüber hinaus, erläuterte Vesper, sei es auf dem weitläufigen Gelände von Rennbahnen leicht möglich, Kontakt- und Hygienevorschriften einzuhalten. Einen Jockey-Raum könne es bei den Veranstaltungen aber nicht geben. Man versuche, Einzelmöglichkeiten zum Umkleiden zu schaffen, etwa in den Tribünen.

          Deutscher Galopp will den Rennbetrieb so früh wie möglich und in ganz Deutschland wiederaufnehmen, allerdings nach neuen Kriterien. Schon am 1. Mai würden etwa große Veranstaltungen in Hannover, Leipzig und München kollidieren, doch es soll keine Parallelveranstaltungen geben. Für den 3. Mai stehen Rennen in Köln auf dem Programm. Es sollen weniger, aber dafür komprimierte Renntage mit mehr Wettbewerben angeboten werden, die teilweise womöglich auf eine andere Rennbahn verlegt werden. Regionale Gesichtspunkte müssten eine wichtige Rolle spielen, um die Transportwege für die Rennpferde zu verkürzen.

          Vesper hob besonders die Solidarität aller beteiligten Gruppen hervor. „Es gibt ein ungeheures Gemeinschaftsgefühl.“ Auch die Buchmacher spielten mit, indem sie auf Provisionen verzichteten und Wetten direkt in den Totalisator annähmen, von denen Rennvereine deutlich mehr profitieren als von Buchmacher-Wetten. Um das Geschäft zu befeuern, werden die Renn-Übertragungen über frei empfangbare Medien gezeigt, und zwar in technisch verbesserter Form, wie Geschäftsführer Jan Pommer erläuterte.

          Die Rennpreise – und damit automatisch die daran gekoppelten Züchterprämien – müssten zwangsläufig reduziert werden, sagte Vesper, der aber betonte, dass alles besser sei als die Variante, den Shutdown auf den Rennbahnen noch weiter fortzusetzen. „Um die Rennvereine zu stabilisieren, müssen wir ihnen die Möglichkeit geben, Rennen durchzuführen.“ Die Erwartungen an ein gesteigertes Wettgeschäft abseits der Schauplätze sind optimistisch. Dazu werden vorgesehene Fördergelder umgeschichtet, und der Verband unterstützt die Rennvereine dabei, eine staatliche Finanzhilfe zu beantragen.

          Die Wiederaufnahme der Rennen am 1. Mai ist nicht die einzige Möglichkeit, die Deutscher Galopp ins Auge fasst. Es würden auch Szenarien mit späteren Einstiegsdaten geprüft, erläuterte Vesper. Der ehemalige Politiker erklärte, dass er sich von den Regierungen gut vertreten fühle und ihre Maßnahmen befürworte. Und er betonte, dass die mögliche Wiederaufnahme der Pferderennen nicht als Teil der aktuell diskutierten Exit-Strategie gesehen werden könne. „Die Rennen ohne Publikum wären durchaus mit den kontaktbeschränkenden Maßnahmen vereinbar.“ Und zum Schluss noch ein Schuss Zuversicht: „Ich gehe davon aus, dass wir diese Krise meistern werden.“

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