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Macken durch Corona : Ein Blick in den Spiegel

  • -Aktualisiert am

Dicke Bäuche bei der Tour de France? Bild: dpa

Mal ganz direkt gefragt: Was macht Ihr Gewicht? Ist es zu viel? Sogar die besten Bergfahrer haben einen dicken Bauch auf Bildern. Aber nicht jeder Bauch, lernen wir nun, ist ein Bauch. Eine Glosse.

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          Keiner von uns, wage ich mal zu behaupten, ist bislang ohne Macken durch Corona gekommen. Um das zu sehen, reicht meist ein Blick in den Spiegel. Ganz direkt gefragt: Was macht Ihr Gewicht? Über meines möchte ich nicht reden, obwohl ich laut Strava-App in diesem Jahr schon 95 Stunden und 53 Minuten auf dem Mountainbike zugebracht und dabei 1522 Kilometer und 16. 989 Höhenmeter abgestrampelt habe. 16. 989 Höhenmeter, das ist ziemlich genau zehnmal den Mont Ventoux hinauf von seiner harten Seite. Das machen ein paar Irre jedes Jahr innerhalb von 24 Stunden, ich habe dafür fünf Monate gebraucht, aber so schlecht ist es auch wieder nicht.

          Allein, der Spiegel, in den ich schaue, sieht das anders. Vor allem in der Seitenansicht spiegelt er ein Gewichtsproblem. Könnte er reden, würde er sagen: weniger Rotwein, weniger Tarte aux pommes, vernünftige Ernährung! Doch da ich abschließenden Urteilen des Spiegels seit jeher zweifelnd gegenüberstehe, habe ich nach Zweitmeinungen gesucht.

          Und Sie werden es nicht glauben, fündig wurde ich bei Eurosport. Um die sechsstündige TV-Übertragung eines Radrennens ein wenig aufzulockern, waren die Zuschauer gebeten, dem anwesenden Experten via Internet Fragen zu stellen, und eine dieser Fragen lautete: Warum haben die besten Bergfahrer, die kaum 50 Kilogramm wiegen, so einen dicken Bauch auf manchen Bildern?

          Der anwesende Experte zögerte mit der Antwort keinen Augenblick. Das liege daran, dass die besten Bergfahrer, um sagen wir: den Mont Ventoux als Schnellste hochzuschnaufen, eine Menge Luft bräuchten und deshalb eine extra große Lunge. Fassungsvermögen so um die sieben Liter. Sieben Milchtüten müssten beim Einatmen also Platz finden in dem kleinen Körper, sagte der zur Anschaulichkeit neigende Experte, und das würde von außen halt manchmal ausschauen wie ein ordentlicher Bauch.

          Tja, so einfach ist das also nicht, lieber Spiegel. Nix mit Rotwein, Tarte aux pommes und falscher Ernährung! Nicht jeder Bauch, lernen wir, ist ein Bauch. Manch einer ist nur eine übergroße Radfahrerlunge, die einen den Mont Ventoux hinaufbläst, zehnmal schon in diesem Jahr.

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