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Turnierstart nach Corona-Pause : Golfer Berger und ein besonderer Geist

  • -Aktualisiert am

„Es war ein wunderbares Gefühl“: Daniel Berger gewinnt die große Trophäe beim Neustart der PGA Tour. Bild: AP

Junggolfer Berger nutzt seine Comeback-Chance nach einer Handverletzung bestmöglich. Die aussichtsreichen Kollegen Morikawa und Schauffele hadern dagegen mit der Lochkante.

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          Für die Golffans vor den Fernsehschirmen hat das erste Turnier der PGA Tour nach der durch die Corona-Pandemie bedingten dreimonatigen Zwangspause alles geboten, was Sport so reizvoll macht: jede Menge Spannung, ständige Führungswechsel, unerwartete Einbrüche, gravierende Fehlschläge und am Ende am Sonntag in Daniel Berger einen strahlenden Sieger.

          Als der 27 Jahre alte Amerikaner aus Jupiter (Florida) in das karierte Siegerjackett geschlüpft war, den riesigen, 1,07 Meter hohen und 25 Kilogramm schweren Pokal sowie den Siegesscheck über 1,35 Millionen Dollar für die wenigen Fotografen präsentierte, schien alles bei der Charles Schwab Challenge in Fort Worth (Texas), wie man es von dieser amerikanischen Turnierserie kennt – und doch erlebten die Hauptakteure durch das Fehlen von Fans das Geschehen ganz anders. „Es hat sich sicher ganz anders angefühlt. Aber am Ende habe ich die Trophäe hochgehalten – und nur das zählt für mich. Meiner Meinung nach war die Atmosphäre phantastisch, selbst wenn keine Fans auf dem Platz waren. Aber ich wusste, dass Millionen zu Hause zuschauen, und das reicht mir“, beschrieb der Sieger, wie er dieses erste von fünf „Geisterturnieren“ erlebte.

          Berger rückt durch seinen dritten Erfolg auf der PGA Tour in der Weltrangliste von Rang 107 auf Position 31 vor; aber vor allem meldete sich ein Profi eindrucksvoll zurück, der 2016 in seinem ersten Jahr auf der PGA Tour zum „Rookie“ (Neuling) des Jahres gekürt wurde, der 2016 und 2017 das St. Jude Classic gewonnen hatte, dann aber durch eine hartnäckige Verletzung am linken Handgelenk aus der Bahn geworfen wurde. Die PGA Tour gewährte ihm deshalb für diese Saison eine Startberechtigung aus medizinischen Gründen – und Berger hat sie genutzt. Wie gut er in den Wochen vor der Zwangspause gespielt hatte, spiegelt eine Statistik. 24 Mal in Folge unterbot er in Turnierrunden den Platzstandard (Par). Bei den letzten drei Turnieren vor dem Lockdown belegte Berger die Plätze neun, fünf und vier. Auch auf dem Heimatplatz der Golflegende Ben Hogan blieb er beständig unter dem Par von 70 – 65, 67, 67 und 66 Schläge.

          Dank eines Birdies am allerletzten Loch zog Berger mit dem hinter ihm spielenden amerikanischen Landsmann Collin Morikawa gleich. Berger sah von der Terrasse des Clubhauses zu, wie der 23 Jahre alte Kalifornier am 18. Loch den Birdie-Putt zum Sieg aus zwei Metern knapp vorbeischob. Auch im Stechen fehlte dem Jungstar das nötige Quentchen Glück. Es gelang ihm nicht, aus knapp einem Meter den Ball im Loch zum Par zu versenken. Der Ball sprang von der Lochkante zurück. Berger reichte ein Par zum Sieg.

          Morikawa war am Sonntag nicht der Einzige, der über vergebene Chancen haderte. Der Kalifornier Xander Schauffele war zum vierten Mal in seiner Karriere von der Pole Position auf die Schlussrunde gegangen – und schaffte es wieder nicht, diese Führung bis zum Schluss zu behaupten. Am 17. Loch drehte sein Ball bei einem Putt aus knapp einem Meter eine „Ehrenrunde“ auf der Lochkante. Dieses Bogey kostete ihn die Teilnahme am Stechen. Er musste sich mit seinen Landsleuten Jason Kokrak, Bryson DeChambeau und dem Engländer Justin Rose mit einem Schlag Rückstand den dritten Platz in diesem Elitefeld teilen.

          Das Pech auf den Schlussrunden bleibt ihm treu: Xander Schauffele
          Das Pech auf den Schlussrunden bleibt ihm treu: Xander Schauffele : Bild: AFP

          Noch viel schlimmer erwischte es am Schlusstag den laut Weltrangliste besten Golfer. Der Nordire Rory McIlroy, der mit drei Schlägen Rückstand auf Schauffele auf die Schlussrunde gegangen war, brach auf den ersten neun Löchern (6 über Par) vollkommen ein. Am Ende landete er nach einer Schlussrunde von 74 Schlägen auf dem 32. Platz, den er sich unter anderen mit dem amerikanischen Weltranglistendritten Brooks Koepka teilte. Die Nummern zwei und fünf der Hackordnung, der Spanier Jon Rahm und der Amerikaner Dustin Johnson, hatten den Cut verpasst.

          Damit war Bernhard Langer in bester Gesellschaft. Auch für ihn war das Turnier nach zwei Runden von 70 Schlägen am Freitag beendet. Langer spielt wie die Top fünf der Welt von Donnerstag bis Sonntag beim RBC Heritage in Hilton Head Island an der Küste von South Carolina.

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