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Pech für Golfer Jon Rahm : Kein Millionen-Preisgeld nach positivem Corona-Test

  • -Aktualisiert am

„Ich bin sehr enttäuscht“: Jon Rahm Bild: AFP

Golfer Jon Rahm spielte eine brillante Runde und stellte einen alten Rekord von Tiger Woods ein. Doch ein positiver Corona-Test schickte ihn sofort in die Quarantäne. Rahm entgeht dadurch einiges.

          2 Min.

          Auch wenn in den Vereinigten Staaten bei Golfturnieren wieder Zuschauer zugelassen sind, die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind auch bei der PGA Tour noch immer zu spüren. Am Samstag wurde der Spanier Jon Rahm beim Memorial Tournament in Dublin (Ohio), bei dem Golflegende Jack Nicklaus auf dem von ihm entworfenen Platz als Gastgeber fungiert, positiv auf Covid-19 getestet.

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          Der Weltranglistenzweite hatte nach einer brillanten dritten Runde von 64 mit sechs Schlägen Vorsprung vor Amerikanern Collin Morikawa und Patrick Cantlay scheinbar souverän die Führung übernommen und einen Rekord von Tiger Woods aus dem Jahr 2000 eingestellt. Doch statt seinen im Vorjahr gewonnenen Titel mit diesem Riesenvorsprung am Sonntag verteidigen zu können, muss sich der 26 Jahre alte Profi den Regularien der PGA Tour gemäß für zehn Tage in Quarantäne begeben.

          Nur falls zwei im Abstand von 24 Stunden vorgenommene PCR-Tests ein negatives Ergebnis ergeben, dürfte er vorzeitig die Absonderung beenden. Falls er diese Tests nicht vorweisen kann, würde die Selbstisolation Rahms am 15. Juni enden, zwei Tage vor Beginn der US Open auf dem South Course von Torrey Pines in San Diego. Auf den öffentlichen Plätzen dieser Anlage direkt am Pazifik hatte der Baske im Januar 2017 wenige Monate nach seinem Wechsel ins Profilager den ersten seiner bisher fünf Siege auf der PGA Tour gefeiert.

          Erster Spitzenreiter mit Corona

          Dass ihm die Möglichkeit verwehrt blieb, das Preisgeld von 1,674 Millionen Dollar und wichtige Punkte für die Weltrangliste zu kassieren, kam für Rahm völlig unerwartet. Er musste sich zwar jeden Morgen einem PCR-Test unterziehen, weil er als Kontaktperson eines mit Covid-19 Infizierten ermittelt worden war. Rahm durfte nach dem negativen Test bei diesem Traditionsturnier mitspielen, zumal er keinerlei Krankheitssymptome zeigte.

          Die weiteren Tests fielen jeden Tag negativ aus – bis auf Samstag. Bei Rahm wurde an diesem Tag erst ein Abstrich gemacht, nachdem er die zweite Runde, die am Freitag wegen Gewitter unterbrochen worden war, spektakulär beendet hatte. Am ikonischen 16. Loch, einem 167 Meter langen Par 3, schlug er den Ball mit einem Eisen 8 direkt ins Loch. Auch dank dieses Asses beendete Rahm die zweite Runde mit 65 Schlägen und hatte bei Halbzeit zwei Schläge Vorsprung vor Cantlay.

          Danach fiel der übliche Corona-Test aber positiv aus. Erst nach Ende der Runde wurde Rahm von den Offiziellen der Tour darüber informiert, dass er sich sofort aus dem Turnier zurückziehen muss. Rahm ist der vierte Profi und erste Spitzenreiter, der bei einer der 50 Veranstaltungen der PGA Tour nach Corona-Regeln während eines Turniers positiv getestet wurde.

          „Ich bin sehr enttäuscht, dass ich mich vom Memorial Tournament zurückziehen muss. Das ist eines der Dinge, die im Leben passieren, einer der Augenblicke, bei denen die Reaktion auf einen Rückschlag uns als Person definiert. Ich bin sehr dankbar, dass in meiner Familie alle okay sind. Ich werde die nötigen Vorsichtsmaßnahmen beachten, damit alle sicher und gesund bleiben. Ich freue mich schon darauf, am Sonntagnachmittag den Showdown um den Titel mit euch allen anzuschauen“, schrieb Rahm am Samstagabend auf Twitter.

          Besonders freute sich Rahm darüber, dass alle, die in den letzten Tagen mit Rahm gemeinsam auf der Runde waren, die Amerikaner Scottie Scheffler, Xander Schauffele und Colin Morikawa, nach dem Nachverfolgungs-Protokoll getestet wurden und am Sonntag auf die Schlussrunde gehen durften.

          Nackenschläge für Martin Kaymer

          Als „spaßig, aber anspruchsvoll“ hatte Martin Kaymer vor der European Open den Nord Course von Green Eagle in Winsen an der Luhe beschrieben. Doch auf dem über 7000 Meter langen Platz hatte der beste deutsche Golfer (95. der Weltrangliste) wenig Spaß – und das auch nur zwei Tage. Nach Runden von 73 und 77 und insgesamt 150 Schlägen (6 über Par) verpasste der 36 Jahre alte Rheinländer den vorhergesagten Cut von 147 Schlägen (3 über Par). Die Schlussrunde an diesem Montag kann er nur im Fernsehen miterleben. „Ich habe wirklich versucht, meinen Score zusammenzuhalten und mir Chancen zu erarbeiten. Doch das Setup war durch die Fahnenpositionen schwer. Und viele Abschläge waren auch weit hinten. Ich habe heute einige Nackenschläge bekommen“, sagte Kaymer, der dennoch einen positiven Effekt für die US Open sah, die am 17. Juni in San Diego beginnen: „Es ist wirklich einer der schwersten Plätze, die ich auf der European Tour gespielt habe, und definitiv der schwerste Platz in Deutschland.“ (wos.)

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