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Corona bei Curling-WM : Deutschland darf nicht mitspielen

Ausgewischt: das deutsche Team darf zunächst nicht bei der WM starten. Bild: Michael Kretzer

Trotz Einhaltung aller Hygiene-Regeln sind zwei deutsche Curlerinnen mit Corona infiziert. Nun ist der WM-Auftakt in Gefahr. Bundestrainer Kapp zeigt sich „konsterniert“.

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          Zwei deutsche Nationalspielerinnen sind kurz vor der an diesem Freitag beginnenden Curling-WM in Calgary (Kanada) positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nun ist die Teilnahme des deutschen Teams um Skip Daniela Jentsch in den ersten WM-Spielen fraglich. „Selbstverständlich sind wir aufgrund dieser Tatsache allesamt sehr konsterniert“, teilt Bundestrainer Uli Kapp in einem Statement des Deutschen Curling Verbandes (DCV) mit. Er könne sich die positiven Fälle nicht erklären. Das Team habe alles unternommen, „um das reale Risiko einer Infektion so gering wie nur irgend möglich zu halten.“

          Achim Dreis
          Sportredakteur.

          Schon zwei Wochen vor Abflug nach Alberta habe man sämtliche sozialen Kontakte außerhalb des Teams im Wege der Selbstisolation gekappt. Training wurde nur innerhalb der Gruppe am Bundesstützpunkt in Füssen abgehalten und auch sonst alle Abstand- und Hygieneregeln eingehalten. „Und trotzdem findet das Virus am Ende seinen Weg“, sagte Kapp: „Das ist wirklich sehr, sehr bitter“.

          Das erste positive Ergebnis resultierte aus einem Test vom 23. April. Die zweite Athletin wurde nach einem ersten Negativtest am 25. April positiv getestet, teilte der DSV am Mittwoch mit. Nach aktuellem Kenntnisstand sei die Infektion vermutlich auf dem Inlandsflug in Kanada von Montreal nach Calgary erfolgt. Da auch Spielerinnen anderer Nationen mit an Bord waren, mussten sich zunächst alle Teilnehmer dieser acht neu angereisten Teams in eine bis Mittwoch verlängerte Hotelzimmer-Quarantäne begeben. Die sechs Mannschaften, die schon zuvor wegen ihrer Teilnahme an zwei Grand-Slam-Turnieren in Kanada weilten, waren von der Maßnahme ausgenommen. Zwischenzeitlich wurde 13 der 14 Nationen das Startrecht für die WM wieder erteilt. Nur Deutschland ist bislang von der Teilnahme ausgenommen.

          Man sei im Austausch mit den Gesundheitsbehörden vor Ort und dem Weltverband WCF, erklärt Kapp, der versicherte, dass die Gesundheit der betroffenen Athletinnen sowie aller Personen oberste Priorität genössen: „Jedenfalls müssen wir diese außerordentliche Herausforderung annehmen und versuchen, sie bestmöglich zu meistern.“

          Fraglich ist, ob es sich um die herkömmliche Virusvariante handelt. Dann könne das deutsche Team am Freitag unter Anwendung einer vor dieser Saison eingeführten Ausnahmeregelung im Auftaktspiel gegen Russland auch zu dritt starten. Sollten die beiden positiv getesteten Athletinnen weiterhin symptomfrei bleiben, könnten sie frühestens im fünften der 13 Vorrundenspiele am Montag gegen Italien wieder eingreifen. „Selbst wenn es sich um eine Virusvariante handeln sollte, haben wir theoretisch noch die Chance nach fünf verloren gegebenen Spielen, die große Aufholaktion ab Dienstag zu starten“, gab sich Kapp kämpferisch. Die besten sechs der 14 teilnehmenden Nationen qualifizieren sich bei der WM für die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking.

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