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Comeback von Tyson Fury : Auch neben dem Ring fliegen die Fäuste

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Mehr Clown als Boxer: immer wieder verhöhnte Tyson Fury (Bild) während des Kampfes seinen Gegner Sefer Seferi. Bild: dpa

Nach Dopingsperre, Alkohol- und Drogenproblemen und Depressionen kehrt Tyson Fury in den Ring zurück. Während sein Comeback-Kampf jedoch sportlich wenig Aufregendes bereithält, ging es auf der Tribüne hoch her.

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          Die Fäuste flogen wie wild – allerdings nur auf der Tribüne. Während Tyson Fury bei seinem unspektakulären Comeback-Sieg im Ring mehr tänzelte als boxte, lieferten sich ein Dutzend Zuschauer auf den Rängen eine wüste Prügelei. Fury schaute in der Ringpause interessiert in die aufgebrachte Menge, vielleicht hätte er gerne mitgemischt. Denn bei seiner Rückkehr 924 Tage nach dem Sieg über Wladimir Klitschko war der Schwergewichtler massiv unterfordert.

          Der 29 Jahre alte Brite gewann in Manchester durch technischen K.o. gegen den albanischen Aufbaugegner Sefer Seferi, der nach der vierten Runde das Handtuch warf. Also gerade in dem Moment, als Fury, der für den Kampf rund 50 Kilo abgespeckt hatte, begann, die Veranstaltung nicht nur als Klamauk zu sehen. Er landete ein paar Aufwärtshaken, die Seferi, früherer Cruisergewichtler, den Zahn zogen.

          Davor hatte Fury noch hauptsächlich Faxen gemacht. Vor dem ersten Gong küsste er seinen um einen Kopf kleineren Herausforderer auf dem Mund, er streckte beim Kampf immer wieder die Zunge heraus und ließ die Arme wie Propeller wirbeln. „Ich hätte ihn in der ersten Runde K.o. schlagen können, aber was hätte mir das gebracht? So habe ich vier Runden gemacht, und das Fernsehen hat es gezeigt“, sagte Fury nach seinem 26. Sieg im 26. Profikampf.

          Winkt Manuel Charr ein Kampf gegen Fury?

          Viel mehr Erkenntnisse kann der tief gefallene Ex-Champion aus seinem Comeback-Fight auch nicht ziehen. „Ich werde das nächste Mal besser sein“, versprach Fury: „Ich werde mehr Runden gehen und einen besseren Gegner boxen.“

          Furys nächster Gegner wird aber nicht Anthony Joshua oder Deontay Wilder heißen. Beim nächsten Kampf im August in Belfast wird Fury abermals ein besserer Sparringspartner vorgesetzt. „Ich war von Anfang an realistisch, wir werden ihn so früh nicht mit den großen Namen in einen Ring werfen“, sagte Furys Manager Frank Warren: „Das Ziel ist, ihn so gut in Form zu bringen, dass er bald um einen WM-Titel boxen kann.“

          Hier kommt Manuel Charr ins Spiel. Der gebürtige Libanese und Wahl-Kölner ist regulärer WBA-Weltmeister, er muss am 29. September in Köln gegen den Amerikaner Fres Oquendo seinen Gürtel verteidigen. Sollte sich Charr auf dem WM-Thron behaupten, könnte ihm Ende des Jahres ein lukrativer Zahltag gegen Fury winken.

          Fury hatte seine im Fight gegen Klitschko errungenen WM-Gürtel der WBA, IBF und WBO zurückgegeben. Statt im Ring hatte der Brite mit einer Alkohol- und Drogenbeichte, Depressionen und einer zweijährigen Dopingsperre aufgrund eines erhöhten Nandrolonwertes für Schlagzeilen gesorgt. „Ich werde meine Karriere diesmal sehr seriös angehen und jeden Moment genießen“, sagte Fury nach dem Sieg gegen Seferi.

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