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Werbedeals in Millionenhöhe : Die überraschende College-Revolution

  • -Aktualisiert am

Erfolgreiche Social-Media-Präsenz: Turnerin Olivia Dunne, hier 2018 Bild: Picture-Alliance

Keine Amateure mehr: Lange durften sich College-Athleten in den Vereinigten Staaten nicht selbst vermarkten, eine neue Regel ermöglicht das nun. Für manche bedeutet das das große Geld – für andere nicht.

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          Er ist knapp zwei Meter groß, bringt 140 Kilogramm auf die Waage und erfüllt damit die wichtigsten Voraussetzungen, um in Amerikas populärster Sportart als Offensive Lineman seinen Mann zu stehen. Doch Nouredin Nouili bringt noch etwas mehr mit. Und das reicht aktuell für einen Platz im Kader der Footballmannschaft der University of Nebraska. Die Leistungsprognose des 20-Jährigen ist bestens. „Er wird ein richtig guter Spieler“, glaubt sein Coach Greg Austin.

          Solch ein Leben ist nicht gerade billig. Weshalb der gebürtige Frankfurter, der vor seinem Wechsel in die Vereinigten Staaten bei den KIT SC Engineers in Karlsruhe gespielt hatte und als sogenannter „Walk-on“ kein Stipendium erhält, Ende des letzten Monats auf seiner Facebook-Seite einen Appell an seine deutschen Anhänger richtete. Der Hintergrund: eine für den amerikanischen College-Sport revolutionäre neue Regel, die den Amateurstatus aufhebt. „Damit haben wir die Chance, Geld zu bekommen durch verschiedene Produkte, die wir vermarkten wollen“, schrieb Nouili. „Also wenn ihr jemanden kennt, der gerne seine Firma größer rausbringen will ... Lasst es mich wissen!“

          Marktwert im siebenstelligen Bereich

          Doch die Hoffnung auf Einnahmequellen aus der Heimat zerplatzte schnell. Nur kurz darauf fand Nouili heraus, dass für ihn aufgrund seines Studentenvisums in den Vereinigten Staaten noch ganz andere Gesetze gelten. Sein Aufenthaltsrecht schließt nämlich keine Arbeitserlaubnis ein. „Als ich das herausgefunden habe, war ich natürlich frustriert“, sagte er der Lokalzeitung, dem Lincoln Journal Star. „Als Sportler aus dem Ausland könnte ich besonders hier in Nebraska eine ordentliche Summe Geld verdienen.“ Denn das Team ist die größte sportliche Attraktion in dem footballbegeisterten Bundesstaat. Es füllt bei Heimspielen das Memorial Stadium auf dem Universitätsgelände mit 85.000 Zuschauern.

          Schon in den ersten Tagen, nachdem die alten Amateurregeln aufgehoben waren, gaben eine Reihe von Sportlern bekannt, welche Firmen und Produkte sie in Zukunft vermarkten werden. Über die ganz großen Geschäftsabschlüsse gibt es allerdings derzeit nur Spekulationen. Wie etwa über das, was die Turnerin Olivia Dunne von der Louisiana State University auf die Beine stellen wird. Sie hat Millionen von Fans in den sozialen Medien, die ihre TikTok-Videos und Instagram-Fotos abonniert haben. Ihr Marktwert schoss mit der Regeländerung vom 1. Juli in den siebenstelligen Bereich.

          Neue Chancen: künftige College-Footballer, hier Ronnie Harrison (links) und Artavis Scott 2016, dürfen eigene Einnahmen erzielen.
          Neue Chancen: künftige College-Footballer, hier Ronnie Harrison (links) und Artavis Scott 2016, dürfen eigene Einnahmen erzielen. : Bild: AP

          Dass die National Collegiate Athletic Association (NCAA), die den sportlichen Wettbewerb zwischen den amerikanischen Hochschulen organisiert und mithilfe von Fernsehlizenz- und Werbeverträgen zu einer Geldmaschine ausgebaut hatte, die jedes Jahr Milliarden von Dollar einspielt und an die Universitäten ausschüttet, zu diesem Schritt bereit war, überraschte viele Beobachter.

          Denn jahrelang hatte die Institution in teuren gerichtlichen Auseinandersetzungen ihren hundert Jahre alten Grundsatz zu verteidigen versucht. Danach sei Collegesport nur so lange überlebensfähig und ein Magnet für ein Millionenpublikum, wie die Aktiven als lupenreine Amateure gegeneinander antreten. Alle Einnahmen könnten deshalb nur an die Bildungseinrichtungen gehen, selbst die für die Vermarktungsrechte der Sportler an ihrem eigenen Namen.

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