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Springreiter in Hamburg : Vorsicht, Kamera!

  • -Aktualisiert am

Mit der schnellsten Zeit: Christian Ahlmann Bild: dpa

Die sechste Etappe der Global Champions Tour ist das höchstdotierte und damit auch bedeutendste Springen im Rahmen des traditionellen Derby-Turniers in Hamburg, wenn auch nicht das beliebteste. Ein Deutscher triumphiert.

          4 Min.

          Acht Paare erreichten das Stechen ums große Geld in Hamburg, fünf davon aus Deutschland, einer von ihnen setzte sich durch: Christian Ahlmann aus Marl jagte mit seinem Hengst Dominator pfeilschnell über den nassen Rasen des Derby-Platzes in Klein Flottbek, sein Ritt blieb fehlerfrei, seine Zeit: 50,51 Sekunden.

          Evi Simeoni
          Sportredakteurin.

          Schnellster, und das, obwohl er unterwegs nach einer Wendung zu einem Steilsprung einem unglücklich postierten Kameramann hatte ausweichen und dazu einen Blumentopf überspringen müssen. Aber der 47 Jahre alte Routinier und sein Pferd behielten die Nerven. „Es war schwierig, den Sprung zu treffen“, sagte Ahlmann. Dass Dominator so ungerührt weitersprang, rechnet er seinem Pferd hoch an. „Solche Pferde braucht man, um in solchen Prüfungen vorne zu stehen.“

          Am Ende hatte er in diesem mit 300.000 Euro dotierten Springen der internationalen Serie Global Champions Tour die 100.000 Euro Preisgeld für den Sieger in der Tasche. Bei eiskaltem Regen, der sich immer wieder in Schauern auf die Anlage ergoss, drehte Ahlmann auf seinem Pferd eine flotte Ehrenrunde – und die Zuschauer blieben dabei. Die Hamburger wollen wieder was erleben nach der langen Pandemie-Zeit, dafür sind sie auch bereit, zu frieren.

          Zwei Paare auf Platz zwei

          0,8 Sekunden Vorsprung hatte Ahlmann vor dem zweiten Platz, auf dem sich gleich zwei Paare drängten: Europameister André Thieme mit seinem Top-Pferd Chakaria und der Ire Michael Pender mit Calais brauchten beide exakt 51,33 Sekunden für die Stech-Runde in der weitläufigen Arena des Derby-Parks. Sie konnten sich mit jeweils 52.500 Euro darüber hinwegtrösten, dass Ahlmann schneller war.

          Platz vier belegte Mario Stevens (Molbergen) mit dem erst neunjährigen Wallach Starissa, Fünfter wurde eines der bekanntesten Gesichter des deutschen Springreitens, Marcus Ehning aus Borken mit dem Hengst Stargold, dem aber ein klitzekleiner Abwurf den Erfolg verdarb. Auf Rang sechs ein deutscher Nachwuchsmann: Gerrit Nieberg, Sohn des ehemaligen Championatsreiters Lars Nieberg aus Münster, mit Blues d’Aveline.

          Zwei Haudegen von echtem Schrot und Korn: Marcus Ehning (Mitte, rechts) und John Whitaker
          Zwei Haudegen von echtem Schrot und Korn: Marcus Ehning (Mitte, rechts) und John Whitaker : Bild: dpa

          Die sechste von 16 Etappen der Global Champions Tour ist das höchstdotierte und damit auch bedeutendste Springen im Rahmen des traditionellen Derby-Turniers. Aber nicht das beliebteste. Das ist das deutsche Springderby für die Spezialisten von Landschafts-Hindernissen wie etwa dem Großen Wall und Pulvermanns Grab. Es findet an diesem Sonntag statt (14.30 Uhr im NDR und ZDF). Auch wenn dann schon die meisten Cracks vom Samstag abgereist sind, fasziniert es weiterhin die Menschen. Immerhin: André Thieme wird man wiedersehen, den Mecklenburger, der das Derby schon dreimal gewonnen hat und der mit dem Hengst Contadur wieder zu den Favoriten zählt. Vorausgesetzt, die beiden meistern den Busch-Oxer, ihre persönliche Klippe.

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