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Charles Eugster : Der fitteste Senior der Welt

Charles Eugster: Länger leben, länger Sport treiben, länger fit bleiben, länger arbeiten Bild: Charles Eugster

Charles Eugster ist Ruderer und Bodybuilder. Er ist 90 Jahre alt und fühlt sich als Vorbote einer Zeit, in der Leistungssport im hohen Alter ganz normal sein könnte. „In zehn Jahren wird es viele anerkannte 90-jährige Superathleten geben.“

          Vor acht Jahren hat Charles Eugster mit dem Skifahren aufgehört. Ein bisschen voreilig, wie er heute findet, denn in Zürich, wo der gebürtige Engländer lebt, stehen die Berge vor der Tür, und Skifahren war immer eine seiner liebsten Freizeitbeschäftigungen gewesen. Es kam sofort hinter Rudern, diesem sehr britischen Sport, dem sich Eugster von frühester Jugend an mit großem Erfolg verschrieben hat, wie seine riesige Trophäensammlung eindrucksvoll belegt. Vor acht Jahren also hat er Schluss gemacht mit Skifahren, aber da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. „Ich überlege, ob ich nächsten Winter wieder anfange“, sagt Eugster. Dann wird er 91 Jahre alt sein.

          Michael Eder

          Sportredakteur.

          Ein Neustart auf Ski in diesem Alter - es würde zu Eugster passen, schließlich ist er mit 87 Jahren auch zum ersten Mal auf einem Wakeboard gestanden, einem komplizierten Sportgerät, das zu beherrschen manchen Jüngling überfordert. „Wissen Sie, alten Menschen wird vieles eingeredet“, sagt Eugster. „Man soll das nicht tun und jenes nicht, das Erste sei unvorsichtig, das Zweite gefährlich und das Dritte weiß der Teufel was.“ Er hat sich nie um solche Warnungen geschert.

          Es geht um Kraft, Koordination und Beweglichkeit

          Seit mehr als zehn Jahren hat Charles Eugster bei jeder Altersklassen-Weltmeisterschaft der Ruderer immer eine Goldmedaille gewonnen, vergangenes Jahr in Wien war er der erste Neunzigjährige, der jemals an einer Ruder-WM teilnahm. Aber Eugster ist nicht nur ein erfolgreicher Ruderer, er ist auch ein Star der Fitnessszene. Er ist Weltmeister seiner Altersklasse im sogenannten Strenflex-Fitness-Zehnkampf, bei dem es um Kraft, Koordination und Beweglichkeit geht. Und auch sonst hat Eugster gut zu tun: In der kommenden Woche zum Beispiel ist er Gastredner beim European Fitness Forum in Madrid, im August wird er bei der European Masters Regatta in München rudern, und für September hat er sich die Teilnahme an der Masters-WM in St. Catharines in Kanada auf dem berühmten Henley Course vorgenommen.

          Meistens Erster: „Ich fühle mich nicht als Vorbild”

          Eugster ist kein Fitness-Prophet, keiner, der Botschaften unters Volk bringen will. „Ich fühle mich nicht als Vorbild“, sagt er. „Ich fühle mich als Vorbote.“ Als Vorbote einer nicht allzu fernen Zeit, in der Sportler jenseits der 90 keine bestaunte Ausnahme mehr sein werden. „In zehn Jahren“, sagt Eugster, „wird es viele anerkannte 90-jährige Superathleten geben. Leistungssport im hohen Alter wird ganz normal sein.“ Die Entwicklung sei schon jetzt deutlich zu spüren. Bei der Ruder-Altersklassen-WM in Zagreb vor drei Jahren habe es neun Starter über 80 Jahre gegeben, bei der WM vergangenes Jahr in Wien seien es schon zwanzig gewesen. „Da passiert etwas, und in fünf, zehn Jahren wird es wie selbstverständlich auch eine Altersklasse 90 plus geben“, sagt Eugster. Bislang endet die Klasseneinteilung bei 80 Jahren.

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