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Chaos im Handball : Nächste Runde in DHB-Posse

  • Aktualisiert am

Der frühere Verbandschef Bernhard Bauer will wieder DHB-Präsident werden Bild: dpa

Der Deutsche Handballbund findet nach stundenlanger Tagung nur einen Kompromiss. Eine neue Arbeitsgruppe soll zwischen Andreas Michelmann und dem früheren Chef Bernhard Bauer den Präsidentschaftskandidaten auswählen.

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          Die Funktionärsposse im Deutschen Handballbund (DHB) geht in die nächste Runde. Eine weitere Arbeitsgruppe soll beim Ringen um einen neuen Präsidenten zwischen dem früheren Verbandschef Bernhard Bauer und dem von einer Findungskommission nominierten Andreas Michelmann entscheiden.

          Auf diesen Kompromiss hat sich der Bundesrat am Samstag in Kassel auf seiner Außerordentlichen Tagung verständigt. Bereits in der kommenden Woche wollen sich die Präsidiumsmitglieder Uwe Schwenker, Bob Hanning, Georg Clarke und Berndt Dugall sowie für die Opposition die Verbandspräsidenten Hans Artschwager (Württemberg), Gerd Tschochochei (Bayern) und Steffen Müller (Sachsen-Anhalt) auf einen gemeinsamen Vorschlag verständigen.

          Bis ein Ausweg aus dem Dilemma gefunden ist, bleibt ein Antrag von Württemberg und weiteren drei Verbänden bestehen, auf dem Außerordentlichen Bundestag am 26. September in Hannover alle Vizepräsidenten abzuwählen. „Das ist der Minimalkonsens, zu dem man kommen konnte“, sagte Schwenker nach der rund fünfstündigen Sitzung.

          Vor der Sitzung war die allgemeine Anspannung unübersehbar. Die zur Schau gestellte Lockerheit im Vestibül vor den Tagungsräumen wirkte gekünstelt. „Was denken Sie denn?“, antwortete Hans Artschwager gereizt auf die Frage, ob er die Fronten als verhärtet oder kompromissbereit einschätzt. „Wir wollen die Dinge intern besprechen und unsere Positionen austauschen und schauen, inwiefern wir eine gemeinsame Lösung hinbekommen“, sagte er.

          Mit versteinerter Miene beim Snack

          Nachdem bereits seit dem Morgen die Mitglieder des Präsidiums und die Vertreter der Landes- und Regionalverbände in getrennten Runden ihre Strategien diskutiert hatten, unterhielten sich die Funktionäre bei einem kleinen Imbiss und Getränken in kleinen Gruppen. Nur selten war dabei ein Lächeln zu sehen, und insbesondere Artschwager blickte mit versteinerter Miene ins Rund.

          Denn unter Führung seines Verbandes hatten vier Landesverbände für den Außerordentlichen Bundestag am 26. September in Hannover die Abwahl aller DHB-Vizepräsidenten beantragt. Ein Erfolg dieses Vorstoßes ist Grundlage dafür, dass Bauer sechs Monate nach seinem Rücktritt abermals für das Präsidentenamt kandidiert. Er habe zugesagt, dass er dafür zur Verfügung stehe, „wenn der Antrag erfolgreich ist“, schrieb Bauer in einem Brief an alle Bundesratsmitglieder.

          Bernhard Bauer trat im März 2015 zurück

          Den Verdacht, dies sei von langer Hand vorbereitet worden, ließ Artschwager unkommentiert. „Dazu mache ich keine Aussage im Moment. Es geht darum, uns hier auszutauschen, eine gemeinsame Richtung zu finden und uns dann anschließend zu erklären.“

          Bauer war wegen eines Zerwürfnisse mit Leistungssport-Vizepräsident Bob Hanning im März zurückgetreten. Vor einem Monat hatte eine Findungskommission dann Michelmann, Vizepräsident für Amateur- und Breitensport, zum Präsidentschaftskandidaten bestimmt. Nun geht die Vorauswahl in die nächste Runde.

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