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Beachvolleyball-WM : „So kann es weitergehen“

  • -Aktualisiert am

Synchron-Jubel beim Beachvolleyball: Chantal Laboureur (rechts) und Sandra Ittlinger Bild: dpa

Chantal Laboureur und Sandra Ittlinger unterstreichen ihren Status als Nummer eins und ziehen als erstes deutsches Team in die K.o.-Runde der Beach-WM ein. Auch die Lokalhelden Julius Thole und Clemens Wickler haben Grund zum Strahlen.

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          Sie sind an Nummer eins gesetzt, hatten das Turnier auf dem Center Court eröffnet und sind nun auch als erstes deutsches Team schon in die K.o.-Runde eingezogen. Die Rolle als „Erste“ gefällt Sandra Ittlinger und Chantal Laboureur bei der Beachvolleyball-Weltmeisterschaft in Hamburg. „So kann es weitergehen“, kommentierten sie nach ihrem zweiten Zwei-Satz-Sieg des Turniers. Gegen die kanadischen Zwillingsschwestern Megan und Nicole McNamara mussten sich Ittlinger/Laboureur allerdings gehörig strecken, um bei perfektem Sommerwetter die Durchgänge jeweils in der Verlängerung mit 22:20 sowie 25:23 für sich zu entscheiden.

          Achim Dreis
          Sportredakteur.

          „Die sind schon dreimal tot und bekommen immer noch eine Hand unter den Ball“, lobte Laboureur die beiden „kleinen“ Kanadier, die nur 1,75 Meter groß sind – dafür umso schneller auf den Beinen. Doch auch die Abwehrspezialistin aus Stuttgart gehört bei flinken Bewegungen und spektakulären Rettungsaktionen absolut zu den Besten am Beach, wie sie am Samstag einmal mehr unter Beweis stellte.

          Nach ihrem Durchmarsch in die K.o.-Runde müssen sich Ittlinger/Laboureur nun 48 Stunden lang in einer schwierigen Disziplin üben, ehe sie gegen die Italienerinnen Martha Menegetti und Viktoria Orsi Toth erst am Montagabend um den Gruppensieg spielen dürfen: Geduld. „Wir werden unfassbar viel Zeit auf dem Hotelzimmer verbringen“, sagte die 25 Jahre alte Ittlinger, die lieber in einem schnelleren Rhythmus das Spiel absolvieren würde, sich aber mit dem WM-System abgefunden hat. „Ist ja für alle gleich.“ Das Training werde aber auch zwischen den Spielen nicht vernachlässigt, um die Spannung nicht zu verlieren. „Eine kurze Krafteinheit“, kündigte die 29 Jahre alte Laboureur an – und ansonsten WM im Livestream gucken.

          Die Live-Stimmung auf dem Center Court empfanden beide am Samstag als sensationell, wobei sie nur den akustischen Eindruck bewerteten, da ihnen optisch erst nach dem Matchball gewahr wurde, wie voll das Stadion überhaupt war und selbst auf dem Oberrang Menschen saßen. „Wir waren so fokussiert auf unser Spiel, dass wir vom Publikum höchstens die ersten drei Reihen gesehen haben“, sagte Ittlinger.

          Ebenso begeistert äußersten sich die jungen Hamburger Julius Thole und Clemens Wickler nach ihrem ersten Auftritt auf dem Center Court, bei dem sie ausgiebig gefeiert wurden. Wobei es für die beiden Studenten um die Mittagszeit eine eher lockere Übung war, ehe sie ihren 2:0-Erfolg (21:10, 21:15) gegen Patrick Kavalo und Olivier Ntagengwa aus Ruanda sichergestellt hatten. Thole/Wickler gelten bei den Männern als aussichtsreichstes deutsches Team, nachdem sie schon im vergangenen Jahr an gleicher Stelle beim World Tour Finale für Furore sorgten, als sie den vierten Rang belegten. Von ähnlichen Glanzleistungen wollen die Lokalmatadore derzeit noch nicht sprechen. Sicherheitshalber geben sie vielmehr lieber „die kleinen Ziele“ an: „unser Spiel gut spielen und es genießen.“

          Bilderstrecke
          Beachvolleyball-WM in Hamburg : Zehn deutsche Teams bei der Beach-Party

          Einen guten Einstieg ins Turnier schafften auch Nils Ehlers und Lars Flüggen, die überraschend mit 2:0 (21:17, 21:14) gegen die Chilenen Marco und Esteban Grimalt siegten. Und geradezu Luftsprünge präsentierten Leonie Körtzinger und Sarah Schneider, die sich ebenso unerwartet 2:1 (23:21, 16:21, 15:11) gegen Katarzyna Kociolek und Kingsa Wojtasik aus Polen durchsetzten. Chancenlos mussten dagegen Kim Behrens und Cinja Tillmann nach gutem Anfang die Überlegenheit der Schweizerinnen Joana Heidrich und Anouk Vergé-Depré hinnehmen und ein beim 0:2 (17:21, 11:21) quittieren. Zum Abschluss des Tages gewannen Karla Borger und Julia Sude bei ihrem späten Start ins Turnier 2:0 (21:15, 21:18) gegen die Chinesinnen Xue und Wang.

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