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Champions Tour in Berlin : Der Lehrling springt meisterlich

Christian Ahlmann, hier auf Caribis Z, springt beim Großen Preis in Berlin über ein Hindernis. Bild: dpa

Ohne große Erwartungen und am Ende mit nur einem Steigbügel wird Christian Ahlmann beim Springen in Berlin zunächst Zweiter – auf einem Nachwuchspferd. Am Ende gewinnt er sogar noch

          Dafür, dass Christian Ahlmann ohne große Erwartungen beim Springen der Global Champions Tour in Berlin gestartet ist, lief es erstaunlich gut. Er wurde mit seinem erst neunjährigen Schimmelhengst Clintrexo Zweiter. Doch einen Leistungssportler, noch dazu einen, der schon Europameister und Weltcupsieger war, wurmt erst dann nichts mehr, wenn er ganz oben steht. „Ich habe leider zum letzten Sprung einen Steigbügel verloren“, sagte er über seine Erfahrungen im Stechen. „Dadurch musste ich einen Galoppsprung mehr machen. Vielleicht hätte ich sogar gewinnen können.“

          Evi Simeoni

          Sportredakteurin.

          Auch so konnte der 43 Jahre alte Profi aber mehr als zufrieden sein. Er sagt selbst, er befinde sich in einem „Ausbildungsjahr“, nachdem die Karrieren seiner Top-Pferde stagnierten oder zu Ende gegangen sind. Im vergangenen Jahr gewann er die Premiere im Berliner Sommergarten noch mit Codex One, der mittlerweile 16 Jahre alt ist und schon länger mit Verletzungen kämpft.

          Ahlmanns Ziel ist es, seine jungen, noch wenig erfahrenen Pferde in den Spitzensport zu bringen, und das erfordert Zeit und Geduld. Clintrexo hat er erst im März von seiner Lebensgefährtin Judy-Ann Melchior übernommen, die in Belgien ein großes Gestüt führt. Vielleicht wird der Hengst ja sein Pferd für die Zukunft. Oder der elfjährige Wallach Tokyo, mit dem er zuletzt den Großen Preis von Aachen bestritt und mit einem lässlichen Fehler die Finalrunde verpasste. Der Dunkelfuchs führt das ganz große Ziel der Reiter, die Olympischen Spiele in zwei Jahren, ja bereits im Namen.

          Sieger der 12. Etappe der Millionenserie Global Champions Tour war am Samstag der Italiener Alberto Zorzi mit Fair Light, der im Stechen mehr als eine Sekunde schneller war. Der Angestellte von Jan Tops, des niederländischen Präsidenten der Tour, gewann damit 100.000 Euro Preisgeld, Ahlmann erhielt 60.000. Platz fünf belegte der in Belgien lebende Wiesbadener Daniel Deusser mit Calisto Blue. Aachen-Sieger Marcus Ehning (Borken) ritt mit dem Hengst Cornado im Stechen auf Angriff, büßte das mit einem Abwurf und wurde Siebter.

          Zum Abschluss des Reitturniers in Berlin hat Christian Ahlmann sogar noch gewonnen. Der 43 Jahre alte Springreiter siegte am Sonntag im Championat von Berlin dank des schnellsten Rittes im Stechen. Im Sattel von Ailina setzte Ahlmann sich vor Marcus Ehning aus Borken mit Comme il faut durch.

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