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Frodenos Triathlon-Weltrekord : „Das habe ich noch nie erlebt“

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Am Ziel seiner Träume: Triathlet Jan Frodeno knackt den Weltrekord. Bild: Picture-Alliance

Was für ein Rennen! Jan Frodeno knackt den Weltrekord im Triathlon deutlich. In Roth gelingt ihm – angefeuert von mehr als 200.000 Fans – eine Fabelzeit. Dabei muss er gleich zwei Schrecksekunden überstehen.

          Nach einem Kuss seiner Frau Emma und einer Weißbierdusche ließ sich Jan Frodeno für seinen Triathlon-Weltrekord feiern. Auf seiner Ehrenrunde im Stadion von Roth jubelten ihm 10.000 Zuschauer zu. Doch eigentlich hatte er nach seinem Coup über die insgesamt 226,055 Kilometer nur einen Wunsch: „Ich muss mich hinsetzen.“ Mit einer beeindruckenden Ein-Mann-Show hatte der Ironman-Weltmeister am Sonntag bei der Challenge Roth in 7:35:39 Stunden eine Fabelzeit über die Langdistanz erzielt und einen weiteren Meilenstein in seiner grandiosen Karriere gesetzt.

          „Die Schmerzen gehen auf und ab in meinem ganzen Körper. Es war ein harter, harter Weg. Ich werde heute Nacht auf jeden Fall gut schlafen“, meinte der 34-Jährige. Er unterbot den alten Weltrekord von Andreas Raelert um fast sechs Minuten. Der Rostocker hatte vor fünf Jahren bei seinem Sieg an gleicher Stelle für die 3,86 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer 7:41:33 Stunden gebraucht.

          „Der Weltrekord ist einer der Höhepunkte meiner Karriere“, sagte Frodeno. In seinem Triumph-Jahr 2015 hatte der Olympiasieger neben dem WM-Titel beim Ironman-Klassiker auf Hawaii auch die Ironman-Europameisterschaft in Frankfurt und die Weltmeisterschaft über die halb so lange 70.3-Strecke gewonnen. Mit dem Projekt Weltrekord wollte er einen neuen Reizpunkt setzen und hatte den Angriff auf die Zeit von Raelert angekündigt.

          Und er hielt Wort. Schon beim Schwimmen im Main-Donau-Kanal setzte er sich von seinem schärfsten Rivalen Nils Frommhold ab. Spätestens danach wurde aus dem Rennen für den in Spanien und Australien lebenden Frodeno eine Solo-Nummer. Angefeuert von geschätzt weit mehr als 200.000 Zuschauern baute er seinen Vorsprung auf dem Rad aus. Mit Plakaten wie „Don’t run, fly Frodo“ trugen sie Deutschlands Sportler des Jahres über den Solarer Berg. „Das war so überwältigend. Das habe ich so noch nie erlebt, nicht einmal auf dem Gänsemarkt in Hamburg“, sagte er.

          Selbst zwei Schrecksekunden auf dem Rad beeindruckten Frodeno nur kurz: Erst stürzte er bei Kilometer 120. „Da dachte ich schon, das wird eng mit dem Rekord.“ Doch Körper und Material blieben unbeschadet. Dann, kurz vor dem Wechsel auf die Laufstrecke, hätte ihn beinahe ein unachtsamer Autofahrer erwischt.

          Nicht zu stoppen auf dem Weg zum Rekord: Jan Frodeno.

          Frodeno ließ sich nicht beirren. „Spätestens ab der Hälfte der Marathonstrecke war mir klar, dass das mit dem Weltrekord klappen muss“, sagte er. Er war in allen Disziplinen schneller als Raelert vor fünf Jahren. Doch an eine große Siegesparty wollte Frodeno nicht gleich denken: „Heute wird das nur eine Stuhlparty.“ Die Konkurrenz gratulierte voller Respekt. „Jan ist eine andere Liga, da bin ich dritte Liga. Das ist ein Riesenabstand“, sagte Vorjahressieger Frommhold, der sich kurz vor dem Ziel noch vom Briten Joe Skipper überholen lassen musste und Dritter wurde. Er und Skipper blieben immerhin noch unter der Acht-Stunden-Marke.

          Bei den Frauen feierte ebenfalls eine Ironman-Weltmeisterin einen Erfolg. Zwei Wochen nach ihrem Ausstieg bei der Ironman-EM in Frankfurt siegte die Schweizerin Daniela Ryf überlegen. Mit ihrer persönlichen Bestzeit von 8:22:04 Stunden lag die Triathletin über 20 Minuten vor der Australierin Carrie Lester. „Ich bin selber von der guten Zeit überrascht“, meinte sie. Da hatte Frodeno längst seinen ersten Interview-Marathon hinter sich gebracht. Er sei in der Nacht sehr nervös gewesen und habe wenig geschlafen, „wie 2008 vor dem Olympiasieg“, berichtete er. Sein fünf Monate alter Sohn war sogar aus dem Zimmer mit Mutter Emma ausgezogen.

          Schon beim Schwimmen ließ er die Konkurrenz hinter sich.

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