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CAS : Letzte Instanz: Deutsche Reiter verlieren Olympia-Gold

  • Aktualisiert am

Beerbaum: „Es gab aber immer eine Resthoffnung” Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Ludger Beerbaum und die deutsche Springreiter-Equipe haben den Kampf um die Goldmedaille von Athen endgültig verloren. Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat die Disqualifikation Beerbaums bestätigt.

          Die deutschen Springreiter haben den Kampf um die olympischen Goldmedaillen von Athen 2004 endgültig verloren. Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) hat am Montag als letzte Instanz einen Einspruch von Ludger Beerbaum (Riesenbeck) abgelehnt. Die Disqualifikation durch die Internationale Reiterliche Vereinigung (FEI) wegen verbotener Medikation ist damit rechtswirksam.

          „Ich habe es zunächst gar nicht geglaubt, obwohl damit zu rechnen war. Es gab aber immer eine Resthoffnung“, kommentierte der enttäuschte Beerbaum das Urteil. Mit der Entscheidung des CAS ist nach acht Monaten auch die letzte Hoffnung auf ein glückliches Ende des spektakulären Falles geplatzt. Jubeln können nun die amerikanischen Reiter, die nachträglich Gold erhalten. Silber geht an Schweden.

          „Stehe den Kollegen wieder Auge in Auge gegenüber“

          Die deutschen Reiter Christian Ahlmann (Marl), Otto Becker (Sendenhorst) und Marco Kutscher (Riesenbeck) erhalten Olympia-Bronze, da ihre Ergebnisse für den dritten Platz reichen. „Daß die anderen Reiter auch ihre Goldmedaille abgeben müssen, schmerzt besonders. Es ist im Moment alles sehr schwierig. Es ist sehr wund“, sagte Beerbaum. Er selber geht leer aus. „Wenn man 70 fährt statt 50 und dann gleich den Führerschein abgeben muß, dann ist das zu hart“, sagte Teamkollege Ahlmann zu der Entscheidung. „Ich wollte mich nicht dem Vorwurf aussetzen, daß ich es nicht zumindest versucht habe. Es war richtig, alles probiert zu haben. Jetzt stehe ich den Kollegen wieder Auge in Auge gegenüber“, begründete Beerbaum seinen Gang zum CAS.

          Zuvor hatte er wiederholt erklärt, das Urteil der FEI und die damit verbundene Aberkennung des Goldes zu akzeptieren. Der Weltklassereiter hatte sich mit dem überraschenden Einspruch vor allem dem Druck seiner Teamkameraden gebeugt. Im Gegensatz zu Beerbaum hatten Ahlmann, Becker und Kutscher von Beginn an die Ausschöpfung aller Rechtsmittel gefordert. Beerbaum hatte sich darüber vor allem mit Becker mehrfach gestritten, der klagte: „Der Goldverlust ist eine Katastrophe für uns. Das ist vor allem für meine Familie und den Besitzer meines Pferdes hart, denn sie haben für Olympia auf so viel verzichtet.“

          „Glaubwürdigkeit nicht verlieren“

          Begonnen hatte der juristische Kampf um das Mannschafts-Gold, nachdem die FEI am 8. Oktober vergangenen Jahres die positive A-Probe bei Beerbaums Pferd Goldfever veröffentlicht hatte. Bei der Kontrolle von Athen war Betamethason analysiert worden. Er selbst habe von dem verbotenen Wirkstoff in einer Salbe nichts gewußt und auch nicht davon, daß dieser in die Blutbahn eindringen kann, hatte Beerbaum mehrfach betont. Goldfever sei wegen eines „Ekzems im Fesselbogen“ mit der Salbe behandelt worden.

          Der FEI-Rechtsausschuß disqualifizierte Beerbaum am 3. Dezember 2004 wegen nicht erlaubter und nicht angemeldeter Medikation. Das Gremium fand keine Anzeichen, daß der Beschuldigte „das Wohlbefinden des Pferdes riskiert und einen Vorteil erzielt hat“. Beerbaums Erklärung dazu lautete: „Goldfever ist in Athen behandelt worden zum Wohle des Pferdes und nicht, um die Leistung zu beeinflussen. Es bleibt der Vorwurf, daß ich das nicht angemeldet habe. Dazu stehe ich. Und die Konsequenz muß ich tragen.“

          Offiziell handelte es sich beim Fall Beerbaum um eine positive Medikations-Kontrolle, auch wenn die Reiter selbst von Doping-Proben sprechen. Zu Doping wird ein Fall erst dann, wenn Leistungsbeeinflussung unterstellt wird. Bei Beerbaum war das nach Angaben des Ausschusses nicht der Fall. Genau das war ihm wichtig. Er hoffte, „daß es mir gelingt, die Glaubwürdigkeit nicht zu verlieren und mir die Leute abnehmen, daß es sich nicht um Doping, sondern um eine Medikation handelt“.

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