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Buschkow übernimmt Posten : Schwimmer fühlen sich übergangen

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Bundestrainer der Wasserspringer wird Sportdirektor der Schwimmer: Lutz Buschkow (l.), hier mit Patrick Hausding Bild: dpa

Nach der Absage an Michael Groß setzt der Deutsche Schwimm-Verband auf Übergangslösung Lutz Buschkow als Sportdirektor. Prompt fühlen sich die Schwimmer überrumpelt.

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          Lutz Buschkow wird kommissarischer Leistungssportdirektor im Deutschen Schwimm-Verband (DSV). Der 63 Jahre alte Chef-Bundestrainer der Wasserspringer soll in dieser Rolle das neu geschaffene sogenannte DSV-Projektteam Olympia 2021 für die Koordination der sportlichen und organisatorischen Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Japan anführen, wie der Verband am späten Freitagabend nach einer Präsidiumssitzung bekanntgab. Buschkow hatte zwischen 2008 und 2016 bereits als Direktor Leistungssport im Schwimm-Verband gearbeitet.

          Die Neubesetzung der wichtigen Stelle drei Monate vor dem geplanten Start der Olympischen Spiele war nötig geworden, weil sich der DSV von Thomas Kurschilgen getrennt hatte. Unter anderen Bundestrainer Bernd Berkhahn und Athletensprecherin Sarah Köhler hatten sich zuletzt in einem kritischen Brief an Präsident Marco Troll und den DSV-Vorstand für eine Rehabilitierung von Kurschilgen ausgesprochen. Für den Fall, dass dies nicht zeitnah möglich sein sollte, hatten sie den dreifachen Olympiasieger Michael Groß als Interimslösung vorgeschlagen.

          Der 56 Jahre alte Groß berichtete bei FAZ.NET allerdings, dass ihm der DSV abgesagt habe. „Ich bin nicht enttäuscht“, hatte Groß am Donnerstag gesagt. „Der DSV trifft seine Entscheidungen und das ist zu respektieren.“ Köhler kritisierte dagegen die Besetzung des Leistungssportdirektor-Postens laut DSV-Mitteilung: „Von der Personalie Lutz Buschkow haben wir erst in der Präsidiumssitzung erfahren.“ Somit sei es nicht möglich gewesen, ein umfassendes Meinungsbild der Athletinnen und Athleten einzuholen.

          „Als mündige Athlet*innen erwarten wir, dass wir in den Entscheidungsprozess einbezogen werden und wollen uns ein Meinungsbild über diese Thematik schaffen“, wurde Köhler zitiert. Für die Zeit nach Buschkows kommissarischem Einsatz soll die Stelle des Direktors Leistungssport neu ausgeschrieben werden.

          Ob die Personalie Buschkow nun wirklich den erhofften Frieden bringen wird; ob sich die Wogen zwischen Troll und den Bundestrainern und weiteren Kritikern, darunter eine Reihe früherer Topstars wie Britta Steffen und Paul Biedermann, die unter der Woche in einem offenen Brief einen deftigen Fragenkatalog in Richtung Verband formuliert haben, glätten werden, erscheint weiter fraglich.

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