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Opposition im Handball : Bundesliga wichtiger als WM

  • -Aktualisiert am

Einer von drei positiv getesteten Nationalspielern: Mindens Juri Knorr Bild: dpa

Erstmals soll im Januar eine Handball-WM mit 32 Teams stattfinden. Für viele Vertreter der Bundesliga ist dieses Turnier in Ägypten nicht vorstellbar. Ihre Argumente sind stichhaltig.

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          In wenigen Tagen hat sich in der Handball-Bundesliga eine starke Opposition gebildet. Trainer und Manager großer und kleiner Klubs haben sich angesichts der Corona-Rückkehrer aus der Nationalmannschaft und vieler Spielabsagen gegen die WM im Januar in Ägypten ausgesprochen. Ihre Argumente sind stichhaltige. Den Kern der Sorge hat der Stuttgarter Geschäftsführer Jürgen Schweikardt formuliert: „Die Liga ist wichtiger als die WM.“ Neben den Zweifeln an der Sinnhaftigkeit und dem Werbewert eines Weltturniers unter der Glasglocke fürchten die Manager um ihr Produkt. Ihr Motto ist: „Rettet die Bundesliga!“

          Zwei Länderspiele haben gereicht, um den Spielplan durcheinanderzuwirbeln. Spielausfälle am Mittwoch und Donnerstag, verlegte Partien am Wochenende. Vier Nationalspieler sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Da es enge Kontakte zu Kollegen im Länderteam und daheim beim Training gab, sind zahlreiche Spieler von ihren Mannschaften isoliert worden – andere Teams wie GDW Minden sind gleich in 14-tägige Quarantäne gesteckt worden. Der Wettbewerb ist schon jetzt verzerrt.

          Ohne Zuschauer spielen zu müssen reißt riesige Löcher in die Klub-Etats, gar nicht spielen zu dürfen bedroht Existenzen. Es ist kaum noch möglich, wie versprochen sehr sorgsam mit der Gesundheit der Spieler umzugehen. Kai Wandschneider von der HSG Wetzlar sagt es so: „Es wird ein Termin-Chaos geben, das auf dem Rücken der Spieler ausgetragen wird.“ Und damit meinte er nur die Liga, nicht die WM.

          Spielplan der Handball-WM 2021 in Ägypten

          Die Manager Frank von Behren (Minden), Viktor Szilagyi (Kiel) und die Spieler Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek haben zum Ausdruck gebracht, dass sie die Austragung des Turniers in Ägypten für „schwer vorstellbar“ halten. Erstmals soll eine WM mit 32 Teilnehmern stattfinden. Selbst die vielzitierte „Bubble“ erscheint ihnen nicht sicher genug, um Infizierungen zu verhindern – mit unabsehbaren Folgen für die Gesundheit und den Terminplan der Bundesliga.

          Doch der Handball braucht keine deutsche, sondern eine internationale Diskussion um Sinn und Unsinn einer WM in Zeiten der Pandemie. Die mächtigen Mitglieder des Europäischen Verbandes (EHF) sollten sich zusammentun und eine Alternative zu dieser WM im Januar 2021 vorschlagen, die schon jetzt viele fürchten – nicht nur in der Bundesliga.

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