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148. British Open : Das große Rätsel Tiger Woods

  • -Aktualisiert am

Tiger Woods spielt vor den 148. British Open eine Übungsrunde im Royal Portrush Golf Club in Nordirland. Bild: Reuters

Den Auftritt des Golf-Superstars bei den British Open begleitet eine ganz entscheidende Frage: Kann ihm ein weiterer Coup gelingen? Dagegen sprechen gleich mehrere Gründe – und nicht nur ein Beobachter sieht Tiger Woods chancenlos.

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          Welcher Tiger Woods wird von diesem Donnerstagnachmittag an im Royal Portrush Golf Club bei der 148. British Open antreten? Der Tiger, der Anfang April mit dem Sieg beim Masters für eines der größten Comebacks in der Sportgeschichte sorgte? Oder sieht man in den Dünen der Nordküste Nordirlands einen Tiger, der wie bei seinen drei Turnierteilnahmen nach dem großen Triumph nur Nebenrollen spielte? Einer der Kollegen, der glaubt, es zu wissen, ist der Ire Padraig Harrington. Der British-Open-Sieger der Jahre 2007 und 2008 behauptete vor Beginn des Turniers, Woods denke gar nicht ernsthaft daran, auf dem spektakulären Links Course sein 16. Major zu gewinnen. Wer auf diesen Dünenplätzen nicht ein oder zwei Vorbereitungsturniere spiele, sei chancenlos, meint der europäische Ryder-Cup-Kapitän für die nächste Auflage 2020 des Prestigeduells gegen die Vereinigten Staaten.

          Woods gönnte sich nach der US Open in Pebble Beach wie schon nach dem Masters-Sieg eine vierwöchige Turnierpause. Mit seiner neuen Lebensgefährtin, seinen beiden Kindern und seiner Mutter verbrachte er einen zweiwöchigen Urlaub in Thailand. Er ließ nach seiner Rückkehr per Twitter verlauten, dass er sich mit einem Weckruf um ein Uhr nachts an die fünf Stunden Zeitunterschied zwischen Nordirland und seinem Wohnort Jupiter (Florida) gewöhnen wolle. Ansonsten wurde nur kolportiert, dass er sich in der Heimat auf das letzte Major des Jahres vorbereitet habe. Woods kam am frühen Sonntagmorgen mit seinem Privatjet in Belfast an, zwei Stunden später stand er schon auf dem Platz. Bis zum regnerischen Mittwoch hatte er zwei Proberunden und noch einmal sieben Löcher am Dienstag absolviert – immer von den meisten Fans begleitet. Danach verkündete er, sein Golfspiel sei noch nicht auf dem Niveau, das er anstrebe. Bei den Abschlägen könne er die Flugbahn noch nicht wie gewünscht variieren. Er war aber guten Mutes, diesen Mangel am letzten Übungstag auf der Driving Range zu beheben. Dafür klappe das „kurze Spiel“ bestens, also die Schläge auf und rund ums Grün.

          Kann Woods also ein weiterer Coup gelingen? Fast alles spricht gegen einen vierten Sieg bei den British Open nach 2000, 2005 und 2006. Zumal die Wettervorhersage für den geschundenen Körper des 43 Jahre alten Superstars nichts Gutes verheißt: eine Höchsttemperatur von 17 Grad Celsius, dazu starker Wind und immer wieder Regenschauer, Bedingungen, bei den sein vier Mal operierter Rücken schnell verkrampft. Die ehemaligen Ryder-Cup-Kapitäne Paul Azinger und Paul McGinley, die in Portrush als TV-Kommentatoren arbeiten, erklärten Woods für chancenlos. Azinger will gar bei Woods eine Zufriedenheit festgestellt haben, nachdem er mit dem Masters-Sieg den Gipfel seiner Karriere erklommen habe. Deshalb bezweifelt er, dass Woods überhaupt noch einmal ein Turnier gewinne. McGinley meint, wer so wenig Turniere spiele, könne bei Majors nicht um den Sieg kämpfen.

          Woods hat dafür eine einfache Erklärung: Wenn er mehr spiele, sei er kürzer auf der Tour dabei. Er habe im vergangenen Jahr nur an so vielen Turnieren teilgenommen, um wieder unter die Top 50 der Weltrangliste zu kommen, die bei allen Großereignissen startberechtigt sind. Derzeit wird er auf Rang fünf geführt. All das zeigt: Niemand fasziniert wie der Superstar. Zumindest vor dem Turnier dominiert er die Schlagzeilen – so wie einst die Konkurrenz.

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