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Boxer Saul „Canelo“ Alvarez : Der letzte Mexikaner

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Obwohl er aussieht wie ein Ire, ist er die letzte Hoffnung der stolzen Boxernation Mexiko: Saul „Canelo” Alvarez Bild: AP

Seit Jahren schon kann kein mexikanischer Boxer Manny Pacquiao aufhalten. Der Filipino ist der Schrecken der stolzen Boxernation. Saul „Canelo“ Alvarez ist nun die letzte Hoffnung der „Aficionados“: Am Samstag wird das große Talent Weltmeister.

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          Wer ist hier der Brite? Wenn Saul Alvarez und Matthew Hatton an diesem Samstag in Anaheim in Kalifornien um die WM-Krone kämpfen, ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen, welcher der beiden Boxer aus Manchester und welcher aus der Mitte Mexikos stammt. Nicht umsonst trägt der bleiche und rothaarige Alvarez den Kampfnamen Canelo - Zimt.

          Obwohl er aussieht wie ein Ire, ist er die letzte Hoffnung der stolzen Boxernation Mexiko. Er hat die Herzen seiner Landsleute im Sturm erobert. Denn die sind ihnen in den vergangenen Jahren schwer geworden. In Juan Manuel Marquez gibt es nur noch einen mexikanischen Boxer unter den besten Athleten der Welt und, noch gewichtiger, in Manny Pacquiao den Schrecken aller Mexikaner.

          Der Filipino, derzeit der beste Faustkämpfer der Welt, bestritt von seinen vergangenen 18 Kämpfen zwölf gegen Boxer aus Mexiko, nur einen verlor er, dazu besiegte er noch die mexikanischstämmigen Amerikaner Oscar De La Hoya und David Diaz. Die „Aficionados“, die Boxfans, haben die Hoffnung in die alten Kämpen Marquez, Erik Morales, Antonio Margarito, Marco Antonio Barrera - allesamt von Pacquiao geschlagen - längst aufgegeben.

          Saul „Canelo” Alvarez mit seinem Promoter Oscar De La Hoya (links)
          Saul „Canelo” Alvarez mit seinem Promoter Oscar De La Hoya (links) : Bild: ASSOCIATED PRESS

          „Pacquiao ist nicht unschlagbar, ich habe keine Angst vor ihm“

          Der 20 Jahre alte Alvarez ist nun der letzte Mexikaner. An diesem Samstag wird er Weltmeister im Superweltergewicht - der Europameister aus Manchester Matthew Hatton, jüngerer Bruder des früheren Weltmeisters und Volkshelden Ricky Hatton, wird den Siegeszug des in 36 Kämpfen ungeschlagenen Mexikaners kaum aufhalten können - zu souverän marschierte Alvarez bislang durch die Weltranglisten.

          Dann soll es zum Aufeinandertreffen mit Pacquiao kommen, der zunächst am 7. Mai in Las Vegas gegen den Amerikaner Shane Mosley kämpft. Noch trennen die beiden zwei Kilogramm. Obwohl der kleine Pacquiao schon jetzt über seiner eigentlichen Gewichtslasse kämpft, dürfte dieses Hindernis schnell ausgeräumt werden - mit dem Scheckbuch des Veranstalters. „Pacquiao ist nicht unschlagbar, ich habe keine Angst vor ihm“, sagt Alvarez.

          Alvarez, den der mittlerweile zurückgetretene De La Hoya, Weltmeister in sechs Gewichtsklassen, promotet, wurde schon im Alter von 15 Jahren Berufsboxer - keine Seltenheit in Mexiko, wo die Kinder zum Lebensunterhalt der Familie beitragen müssen. Auch Sauls 13 Jahre älterer Bruder Rigoberto brachte Kampfbörsen mit nach Hause - er scheiterte im Februar im Kampf um die Weltmeisterschaft.

          Die Gesetzmäßigkeiten der Branche früh verinnerlicht

          Das größere Talent ist zweifelsfrei Saul, der es als Amateur in 20 Duellen zum nationalen Juniorenmeister brachte. Und auch die Gesetzmäßigkeiten der Branche hat Alvarez trotz seiner Jugend schon verinnerlicht: Den Aufstieg zum prominentesten Boxer seines Landes hat er zwar seinem außergewöhnlichen Können im Ring zu verdanken - aber dass er bis vor kurzem mit Marisol Gonzalez, Sportreporterin bei einem mexikanischen Fernsehsender und 2003 Miss Mexiko, liiert war, hat seiner Popularität nicht geschadet.

          An diesem Samstag eifert Alvarez nun Danny Lopez nach. Der Federgewichts-Weltmeister der siebziger Jahre, der 2010 in die Halle of Fame des Boxsports gewählt wurde, trug den Spitznamen „Little Red“- auch er war blass und rothaarig. Und Lopez war tatsächlich halber Ire.

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