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Mayweather gegen Pacquiao : 400 Millionen für eine heiße Nacht

  • -Aktualisiert am

Ist hier wirklich alles Gold, was glänzt? Floyd Mayweather (links) trifft auf Manny Pacquiao Bild: AFP

Ist es wirklich der größte Fight des Jahrhunderts? Das Duell zwischen Floyd Mayweather und Manny Pacquiao bricht zumindest alle Rekorde – und markiert das Ende des Schwergewichtsboxens.

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          Floyd Mayweather. 47 Kämpfe, 47 Siege, null Niederlagen, null Unentschieden. Großmaul. Seit Jahren der bestverdienende Sportler der Welt. Weltmeister im Weltergewicht. Spitzname „Money May“. Schwerreich. „Es ist der größte Kampf der Boxgeschichte“, sagt Mayweather.

          Manny Pacquiao. 59 Kämpfe, 52 Siege, fünf Niederlagen, zwei Unentschieden, WM-Titel in acht verschiedenen Gewichtsklassen. Weltmeister im Weltergewicht. Nationalheld auf den Philippinen. Politiker, Unternehmer, Mäzen, Sozialhelfer. Schwerreich. „Wir werden alles dafür tun, um die Fans mit diesem Kampf glücklich zu machen“, sagt Pacquaio.

          75 Millionen Dollar Zuschauereinnahmen

          Mayweather vs. Pacquaio – der größte Kampf des Jahrhunderts? Vielleicht, aber man weiß ja nie, was noch kommt in den nächsten 85 Jahren. Der größte Kampf seit Muhammad Ali? Das könnte hinkommen. Der teuerste auf jeden Fall. Mehr als 400 Millionen Dollar, so die Schätzungen, wird die Börse betragen. Zwei Kämpfer im Geldregen. Mayweather kann mit bis zu 240 Millionen rechnen, Pacquaio mit 160 Millionen – keine schlechte Gage für eine heiße Nacht in Las Vegas.

          Ali, nur zum Vergleich, kassierte 1974 in Kinshasa, beim legendären Kampf gegen George Foreman, fünfeinhalb Millionen Dollar, finanziert vom zairischen Diktator Mobutu Sese Seko. Heute braucht man – zumindest im Boxen – dafür keinen Diktator mehr, das amerikanische Bezahlfernsehen schafft das Geld heran, das ganz große Geld. Rund hundert Dollar berechnen die Pay-per-View-Sender Showtime und HBO für den Kampf der beiden Weltmeister an diesem Samstag (2.30 Uhr MESZ), vierzig mehr als üblich. Den bisherigen „Pay per view“-Rekord hält Mayweather mit 150 Millionen Dollar, gegen Pacquaio wird eine neue Marke gesetzt – das Bezahlfernsehen als Geldmaschine.

          Die Schätzungen der weltweiten „Pay per view“-Einnahmen (in Deutschland bot Sky den Kampf im Frühbucherrabatt für 20 Euro an, jetzt kostet es 30 Euro) werden aktuell auf mehr als 300 Millionen Dollar geschätzt. Auch bei den Ticket-Einnahmen wird es eine neue Rekordmarke geben. Die billigste Karte in der MGM-Arena kostet 1500 Dollar, allein die 15.000 Zuschauer bringen 75 Millionen Dollar in die Kasse. Das Geld fließt also in Strömen, wenn es zwischen den beiden besten Boxern des Planeten um die WM-Titel der Verbände WBA, WBC (beide hält Mayweather) und WBO (Pacquaio) geht. Mayweather ist Favorit, die Wetteinsätze in Las Vegas liegen auf Super-Bowl-Niveau, die Einsätze verteilen sich fast gleich. Große Summen, berichten die Buchmacher, werden hauptsächlich auf Mayweather gesetzt, kleinere – und dafür umso mehr – auf Pacquaio.

          90 Millionen vor dem Fernseher

          Warum fasziniert dieser Kampf so sehr? Weil zwei Großmeister des Boxens aufeinandertreffen – und zwei extreme Lebensläufe. Zwei Kämpfer, die es von ganz unten nach ganz oben geschafft haben. Mayweather ist ein Produkt der Getto-Kultur, seine Denke ist die des Hiphop. Er lässt gern Geld in Stripclubs regnen, lässt sich mit einer Million Dollar in bar in seinem Schlafzimmer ablichten, liebt Frauen, Autos, Geld, Schmuck. Und Gewalt auch schon mal außerhalb des Rings, auch gegen Frauen. Wegen Körperverletzung und häuslicher Gewalt gegen seine frühere Freundin saß er vor drei Jahren für drei Monate im Gefängnis.

          Pacquaio ist anders. Auch er ein Aufsteiger aus der untersten, der ärmsten Schicht. Mit 14 ging er allein in die Hauptstadt, nach Manila, lebte auf der Straße, schlug sich durch in einer der gefährlichsten Städte der Welt, einer Stadt, die nichts für Kinder ist. Und schlug sich ganz nach oben. Am Samstag werden wieder rund 90 Millionen Filipinos vor dem Fernseher sitzen. 90 von 100 Millionen. Im Ring kämpft der im echten Leben ruhige, beherrschte, freundliche Pacquaio noch immer mit dem Feuer des Straßenkämpfers, mit unbegreiflichem Tempo. Er ist berühmt für seine wilden Angriffe, ein Fighter mit der Zerstörungskraft eines Pitbulls.

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