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Boxen : Sturms Gegner: „Ich habe gewonnen“

  • Aktualisiert am

Deutlicher Fingerzeig: Felix Sturm nach dem Boxduell Bild: ddp

Felix Sturm hat am Samstagabend seinen Weltmeistertitel verteidigt. Sein unterlegener Gegner und Stallkollege Khoren Gevor wittert jedoch Betrug - und beansprucht den Sieg für sich: „Ich habe ihn fertig gemacht, sonst wäre er ja nicht im Krankenhaus.“

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          Sein erster Weg als alter und neuer Box-Weltmeister führte Felix Sturm geradewegs ins Krankenhaus - unterdessen war der erzürnte Verlierer gar nicht mehr zu beruhigen: Während Mittelgewichtler Sturm Samstagnacht nach der erfolgreichen Pflichtverteidigung gegen seinen Stallkollegen Khoren Gevor wegen eines Hämatoms im rechten Ohr behandelt werden musste, witterte sein Gegner ein abgekartetes Spiel.

          „Ich habe ihn fertig gemacht, sonst wäre er ja nicht im Krankenhaus. Ich habe gewonnen“, sagte Gevor, erbost darüber, dass kurzfristig der Ringrichter ausgetauscht worden war. Der eigentlich vorgesehene Luis Pabon aus Puerto Rico hatte wegen Passproblemen nicht anreisen können und war durch den Franzosen Jean Louis Le-gland ersetzt worden.

          „Mehr machen als mit dem Kopf schieben“

          Weltmeister Sturm, der seinen WBA-Titel vor 5.500 Zuschauern in der ausverkauften neuen Ring-Arena am Nürburgring unter den Augen von Formel-1-Prominenz wie Michael Schumacher, Bernie Ecclestone und Flavio Briatore einstimmig nach Punkten (117:111, 115:113, 115:113) verteidigte, ließ jegliche Kritik an sich abprallen. „Um Weltmeister zu werden, muss man eben mehr machen als mit dem Kopf schieben“, sagte der 30 Jahre alte Leverkusener. Sturm musste sich den 33. Sieg im 36. Kampf seiner Karriere so hart erarbeiten, wie er das befürchtet hatte.

          In Siegerpose: Felix Sturm
          In Siegerpose: Felix Sturm : Bild: ddp

          Er konterte nicht wie gewohnt auf schnellen Beinen aus dem Rückwärtsgang, sondern stellte sich dem physisch äußerst kompakten Armenier, der die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben möchte. So war Gevor dank seiner kämpferischen Qualitäten dem feinen Techniker Sturm optisch lange durchaus ebenbürtig, ehe ihm in der Schlussphase etwas die Kräfte ausgingen und der Weltmeister die entscheidenden Treffer setzen konnte. „Die letzten Runden kann man Felix geben. Insofern geht der Sieg in Ordnung“, sagte Gevors Trainer Fritz Sdunek.

          Sebastian Zbik sichert sich Interims-WM

          Sturms Promoter Dietmar Poszwa verhandelt nun mit WBO- und WBC-Weltmeister Kelly Pavlik über einen Vereinigungskampf. Der Amerikaner wird in Übersee jedoch auch registriert haben, dass sich ein junger Deutscher am Nürburgring zum Herausforderer Nummer eins aufschwang. Der Schweriner Sebastian Zbik sicherte sich durch einen knappen Punktsieg über Domenico Spada (Italien) die Interims-Weltmeisterschaft des WBC.

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