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Hausmeister Shefat Isufi : Der Keller-Boxer

  • -Aktualisiert am

Ein Kämpfer: Shefat Isufi in seinem Münchner Trainingsraum Bild: Michael Eder

Der Münchner Boxer Shefat Isufi lebt eine Rocky-Story. Er ist ein Hausmeister, der im Keller trainiert. Unterstützt wird er von Kumpels. An diesem Samstag kämpft er um den WM-Titel im Supermittelgewicht.

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          Das sieht vielleicht nicht so gut aus“, sagt Shefat Isufi, „aber es ist alles, was wir brauchen, fürs Training ist es perfekt.“ Eine Rocky-Filmkulisse, wie gemalt: ein blasses Haus im Münchner Süden. Einfache Wohnungen, darunter ein grauer Keller. Oben wohnt Shefat Isufi, der Boxer, den kaum einer kennt, unten trainiert er. In einem Kellerraum steht ein Ring, mit Kumpels selbst gezimmert mit Material aus dem Baumarkt. Sandsäcke hängen an der Decke, ein Speedball, kaputt, geplatzt. Ein „Fight Club“-Filmplakat klebt an der Wand, ein paar Pokale und Siegergürtel stehen an der Seite.

          Im anderen Raum ein paar rustikale Fitnessgeräte, ein mannshoher Reifen und ein Riesenhammer, mit dem man auf ihn einschlagen kann; zwei bleischwere lange Seile noch, die sich, wenn man die Kraft dazu hat, wellenförmig bewegen lassen, an der Wand lehnt ein altes Damenrad für Ausdauereinheiten. Das ist das Trainingszentrum von Shefat Isufi. Der 29 Jahre alte Münchner mit albanischen Wurzeln, Hausmeister von Beruf, kann an diesem Samstag (Kampfabend ab 20.30 Uhr / Live bei ranfighting) im Fußballstadion von Stevenage, eine Autostunde von London entfernt, Boxweltmeister im Supermittelgewicht werden.

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