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Boston-Marathon : Bestzeit, aber kein Weltrekord

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Unfassbare Zeit: Zwei Stunden, drei Minuten und zwei Sekunden für 42.195 Meter

Unfassbare Zeit: Zwei Stunden, drei Minuten und zwei Sekunden für 42.195 Meter Bild: dapd

Geoffrey Mutais Fabelzeit wird nicht als Weltrekord gewertet. Zwar ist auch der Boston-Marathon 42,195 Kilometer lang, doch Start und Ziel liegen nicht auf gleicher Höhe. Mutai war fast eine Minute unter dem Weltrekord von Gebrselassie geblieben.

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          Die beiden Ersten von Boston, Geoffrey Mutai und Moses Mosop, waren am Montag schneller im Ziel eines Marathons als Haile Gebrselassie bei seinem Weltrekord von Berlin 2008. Doch ihre Zeiten von 2:03:02 und 2:03:06 Stunden - Ergebnisse wie sie noch kein Mensch je erzielt hatte - gelten lediglich als Streckenrekord.

          Zwar ist auch der 114 Jahre alte Boston-Marathon 42,195 Kilometer lang, doch Start und Ziel liegen weit auseinander und nicht auf gleicher Höhe. Die Strecke ist zwar hügelig und windanfällig, die Ziellinie auf der Boylston-Street in Downtown Boston liegt aber erheblich tiefer als der Start in Hopkinton. Zu den Besonderheiten des ältesten Stadtlaufs der Welt gehören ein fünf Kilometer langes Gefälle und vier Hügel, von denen der letzte „Heartbreak Hill“ genannt wird. Bestzeiten in Boston werden vom Weltverband IAAF deshalb nicht anerkannt. „Das Streckenprofil hier in Boston entspricht nicht den Anforderungen eines Weltrekordkurses“, bestätigte Chris Conley, Pressesprecher des Boston-Marathons.

          Auch wenn die 2:03:59 Stunden seines Landsmannes Gebrselassie das Maß der Dinge bleiben: Seit Montag gibt es zwei Menschen, die wie dieser weniger als 124 Minuten für die Marathondistanz gebraucht haben. Mutai sagte nach dem Lauf, er glaube, dass man den Marathon-Weltrekord auf zwei Stunden und eine Minute drücken kann. Dazu bedürfe es aber der Zusammenarbeit sehr starker Läufer. 27.000 Teilnehmer waren am Patriot's Day zum Boston-Marathon angetreten.

          Völlig fertig, aber gewonnen: Die Siegerin des Frauen-Rennens, Caroline Kilel, im Ziel des Boston-Marathons
          Völlig fertig, aber gewonnen: Die Siegerin des Frauen-Rennens, Caroline Kilel, im Ziel des Boston-Marathons : Bild: AFP

          Bei den Frauen gewann die Kenianerin Caroline Kilel in 2:22:36 Stunden. Die Dreißigjährige, Siegerin des Frankfurt-Marathons 2010, spurtete mit der Amerikanerin Desiree Davila um den Erfolg; Desiree Davila kam zwei Sekunden nach ihr ins Ziel. Dritte wurde Sharon Cherop, ebenfalls aus Kenia. Die Siegerin erhielt 150.000 Dollar Prämie. Mutai steigerte seine Erfolgsprämie mit Boni für den Streckenrekord und das Unterbieten des Weltrekords auf 225.000 Dollar.

          „Ich hatte eigentlich nicht an eine so schnelle Zeit gedacht“

          Mutai und Mosop hatten sich rund zehn Kilometer vor dem Ziel aus der Spitzengruppe gelöst. „Ich habe sehr viele Crossläufe gemacht, das war eine sehr gute Vorbereitung und hat mir Selbstvertrauen für das Ende des Rennens gegeben“, betonte der 29 Jahre alte Sieger, der mit vollen Namen Geoffrey Kiprono Mutai heißt. „Ich hatte eigentlich nicht an eine so schnelle Zeit gedacht, aber im Laufe des Rennens, so fünf bis zehn Kilometer vor dem Ziel, mitbekommen, dass wir ziemlich schnell unterwegs sind“, sagte ernach seinem Triumph.

          Mutai war im vergangenen Jahr als Zweiter des Rotterdam-Marathon seine bisherige Bestzeit von 2:04:55 Stunden gelaufen. Noch im vergangenen Jahr hatte Robert Kiprono Cheruiyot aus Kenia den Streckenrekord von Boston auf 2:05:52 verbessert. Nun ist er um 2:50 Minuten unterboten worden. Nicht allein das Tempo ist erstaunlich. Der 25 Jahre alte Moses Cheruiyot Mosop, bis auf die letzten Meter ständig gleichauf mit dem Sieger, lief am Montag den ersten Marathon seines Lebens. 2007 war er Zweiter der Cross-WM geworden, zwei Jahre zuvor hatte er bei der WM in Helsinki die Bronzemedaille über 10.000 Meter gewonnen. Auch der drittplazierte Gebre Gebremariam aus Äthiopien, Sieger des New-York-Marathons 2010, erreichte in 2:04:53 Stunden eine Weltklassezeit.

          Erst am Sonntag gewann ein Kenianer, ebenfalls Namens Mutai - den London-Marathon. Emmanuel Kipchirchir Mutai siegte in 2:04:40 Stunden.

          Uta Pippig aus Potsdam gewann den Boston-Marathon drei Mal hintereinander; auch ihre Bestzeit von 2:21:45 Stunden, erzielt beim ersten Erfolg in Boston 1994, wurde nicht als Rekord anerkannt. Den Streckenrekord der Frauen hält seit 2002 die Kenianerin Margaret Okayo mit 2:20:43 Stunden.

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