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Prozess in London : Boris Becker akzeptiert Urteil und Strafmaß

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Keine Revision: Boris Becker akzeptiert das Londoner Urteil. Bild: dpa

Nach seiner Verurteilung zu zweieinhalb Jahren Haft wegen Insolvenzstraftaten verzichtet Boris Becker auf eine Revision. Das erklärt sein Anwalt einen Monat nach der Entscheidung des Gerichts in London.

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          Tennis-Idol Boris Becker hat seine Londoner Verurteilung zu zweieinhalb Jahren Haft wegen Insolvenzstraftaten akzeptiert. „Unser Mandant hat sich entschieden, gegen das ihn betreffende Strafurteil des Southwark Crown Court keine Rechtsmittel einzulegen“, teilte Beckers Anwalt Christian-Oliver Moser am Montag mit. „Unser Mandant akzeptiert sowohl das Urteil der Jury als auch das vom Gericht festgesetzte Strafmaß.“ Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet.

          Anwalt Moser betonte: „Der wesentliche Grund der Verurteilung unseres Mandanten liegt in dem Umstand begründet, dass er nach Insolvenzeröffnung über ein Geschäftskonto private Zahlungen veranlasst hat. Die Zahlungen erfolgten unter anderem zugunsten seiner Kinder und Angehörigen sowie für offene Arztrechnungen und Beratungskosten.“ Vor der Eröffnung der Privatinsolvenz habe Becker nichts Falsches oder Illegales getan, hieß es.

          Becker wurde Ende April am Londoner Southwark Crown Court zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt, von der die zweite Hälfte voraussichtlich auf Bewährung ausgesetzt werden soll. Er hatte seinen Insolvenzverwaltern Vermögenswerte in Millionenhöhe verschwiegen. Becker sitzt mittlerweile im Huntercombe-Gefängnis in Nuffield, rund 70 Kilometer westlich seiner Wahlheimat London.

          Die ersten Wochen seiner Haftstrafe hatte Becker im Londoner Gefängnis Wandsworth abgesessen, das für Überfüllung, Gewalt und schlechte hygienische Zustände bekannt ist. Sein Anwalt wies kürzlich Gerüchte zurück, dass Becker sich im Wandsworth-Gefängnis über das Essen beschwert oder einen Notknopf gedrückt habe.

          Das Huntercombe Prison, wo Becker sich nun aufhält, hat eine niedrigere Sicherheitsstufe und ist nach Angaben der britischen Regierung speziell für ausländische Männer vorgesehen, die Gefängnisstrafen zwischen drei und 30 Monaten absitzen müssen. Rund 480 Männer sollen dort der Internetseite zufolge in Einzel- sowie Gemeinschaftszellen leben. Die Insassen sollen außerdem die Möglichkeit haben, sich weiterzubilden und Sport zu treiben. Auch Mal- und Maurerkurse werden angeboten.

          Becker gehe es soweit gut, sagte sein englischer Anwalt Giles Bark-Jones am Dienstag der dpa, nachdem er seinen Mandanten am Vortag in dem Gefängnis besucht hatte. Er befinde sich derzeit in einem Flügel für Neuankömmlinge und werde voraussichtlich in der kommenden Woche in seine eigene Zelle verlegt. Den offiziellen Informationen des Gefängnisses zufolge stehen in der ersten Woche in Huntercombe unter anderem Gespräche mit Experten zu mentaler Gesundheit und der möglichen persönlichen Entwicklung während der Haft an.

          Nach Ende seiner Haft könnte Becker theoretisch nach Deutschland abgeschoben werden. Das britische Innenministerium wollte auf Anfrage den individuellen Fall zwar nicht kommentieren, teilte jedoch mit: „Jeder ausländische Staatsbürger, der wegen einer Straftat zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wird, kommt für eine Abschiebung zum frühestmöglichen Zeitpunkt in Betracht.“

          Becker lebt zwar seit rund zehn Jahren in seiner Wahlheimat London, besitzt jedoch nicht die britische Staatsbürgerschaft.

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