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Beachvolleyballerin bestraft : Alles wegen „Bolsonaro, raus!“

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Klare Meinung: Carol Solberg (rechts), hier mit Maria Elisa Antonelli in Hamburg 2018 Bild: Picture-Alliance

Die Brasilianerin Carol Solberg macht aus ihrer Abneigung gegenüber Präsident Jair Bolsonaro keinen Hehl. Dafür wird die Beachvolleyballspielerin nun bestraft. Doch selbst bei der Anhörung findet die 33-Jährige deutliche Worte.

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          Der Oberste Sportgerichtshof STJD für Volleyball in Brasilien hat die brasilianische Beachvolleyballspielerin Carol Solberg wegen eines „Bolsonaro-Raus!“-Rufs zu einer Strafe von 1000 Reais (ca. 150 Euro) verurteilt. „Das war ein Ohren langziehen“, zitierte das Nachrichtenportal „UOL“ am Dienstag den Präsidenten der Disziplinarkommission des STJD, Otacílio Araújo; die Geldstrafe wird in eine Verwarnung umgewandelt. „Bei einer Wiederholung könnte sie noch schlimmer bestraft werden.“

          Solberg war angeklagt worden, weil sie während eines im Fernsehen übertragenen Interviews nach der ersten Etappe des brasilianischen Bechvolleyball-Circuits in der Stadt Saquarema im Bundesstaat Rio de Janeiro am 20. September „Bolsonaro, raus!“ gerufen hatte – ein typischer Ruf für die Gegner des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro.

          Die Anklage kann gegen das Urteil in Berufung und der Fall in das Plenum des Obersten Sportgerichts gehen. Dann drohen Solberg eine Strafe von bis zu 100.000 Reais, umgerechnet rund 15.000 Euro, und bis zu sechs Spiele Sperre. Nun aber kann die Athletin nach dem Sportportal „Globoesporte“ bei der nächsten Etappe in Saquarema von kommenden Freitag an starten. Den Mund will sich Solberg jedoch nicht verbieten lassen.

          Sie bereue nichts, sagte sie der Zeitung „Folha de S. Paulo“ zufolge in der Online-Anhörung. Auf die Frage, ob der Ort ihrer Meinungsäußerung geeignet gewesen sei, antwortete Solberg laut „Folha“: „Der Sportler muss sprechen können, wo immer er will. Das ist es, was ich glaube. Es gibt keinen richtigen Ort. Ich glaube an meine Meinungsfreiheit, wenn ich ein Interview gebe.“

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