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Boat Race : Unverwüstlich im Ruderboot

  • Aktualisiert am

46 Jahre und offenbar unverwüstlich: James Cracknell siegt mit dem Cambridge-Achter Bild: Reuters

Die deutschen Ruderer Harzheim und Landis müssen sich mit Oxford im legendären „Boat Race“ geschlagen geben. Eine historische Leistung vollbringt Cracknell im Cambridge-Achter.

          Die Hoffnungen der deutschen Ruderer Achim Harzheim (Mainz) und Benjamin Landis (Heidelberg) auf einen Erfolg im legendären Boat Race der englischen Elite-Universitäten Oxford und Cambridge haben sich nicht erfüllt. Im Oxford-Achter musste sich das Duo nach 6779 Metern auf der Themse zwischen Putney und Mortlake dem ewigen Rivalen mit gut einer Länge Rückstand geschlagen geben. Cambridge wiederholte damit seinen Vorjahreserfolg.

          Zugleich bauten die Sieger ihre schon seit 1930 währende Führung in der Gesamtwertung des seit 1829 stattfindenden Prestigeduells nach dem 165. Rennen auf 84:80 aus – bei einem Unentschieden. Auch im Frauen-Rennen hatte Oxfords Boot mit der Hanauerin Tina Christmann das Nachsehen. Das Cambridge-Team hingegen errang seinen dritten Sieg nacheinander.

          Sieger mit 46 Jahren

          Eine historische Leistung vollbrachte im Cambridge-Achter der zweimalige Olympiasieger James Cracknell. Mit 46 Jahren ist er bei weitem der älteste Ruderer, der sich je für das Boat Race qualifizierte. Der bisherige Rekordhalter war acht Jahre jünger und Steuermann. Cracknell, der 2000 und 2004 mit der Legende Sir Stephen Redgrave im britischen Gold-Vierer saß und insgesamt achtmal Weltmeister wurde, hatte 2006 seine Ruderkarriere eigentlich beendet. Danach nahm er an einer Reihe von Extrem-Wettbewerben teil. Er wurde zum Beispiel Zwölfter im 230 Kilometer langen Marathon des Sables in der Sahara. Cracknell rannte zum Südpol und ruderte über den Atlantik.

          Cambridge (oben) liegt klar in Führung: Oxford rudert hinterher

          2010, als er versuchte, die Vereinigten Staaten mit dem Rad, zu Fuß, schwimmend und rudernd zu überqueren, knallte sein Kopf auf der Straße gegen den Außenspiegel eines Tanklasters, und er erlitt erhebliche Verletzungen auch des Gehirns, so dass er sein Gedächtnis verlor und seine Persönlichkeit sich veränderte.

          Es dauerte lange, bis er sich davon erholt hatte. Inzwischen studiert er in Cambridge das Fach „Menschliche Evolution“. Seine Kommilitonen und Mit-Ruderer sind oft nur halb so alt wie er. Als Cracknell versuchte, ihnen von Nirvana-Sänger Kurt Cobain zu erzählen, stellte er fest, dass der schon nicht mehr lebte, als sie geboren wurden. Er sei der einzige gewesen, der mit Papier und Bleistift zur Vorlesung erschienen sei, sagte er britischen Medien.

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