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„Finals“ in Berlin : Lita Baehre schwingt sich hoch hinaus

Markantes Outfit, meisterliche Höhe: Bo Kanda Lita Baehre Bild: dpa

Bei den „Finals“ präsentiert sich die Hauptstadt als Sportpark mit Bogenschießen, 3x3-Basketball und Trialbiking. Bo Kanda Lita Baehre schwingt sich früh zum Champion des Tages auf.

          3 Min.

          Roter Einteiler, schwarzes Piratentuch, dunkle Sonnenbrille: Bo Kanda Lita Baehre zieht mit seinem Outfit schon alle Blicke auf sich und bestätigt die Aufmerksamkeit des Publikums im Olympiastadion mit einer Meisterleistung, die ihn mitten rein in die Weltelite katapultiert. Bei den Finals in Berlin steigert der Stabhochspringer aus Leverkusen seine persönliche Bestleistung um neun Zentimeter auf 5,90 Meter. Er wird damit nicht nur zum vierten Mal Deutscher Meister, sondern positioniert sich auch auf Rang drei der Weltbestenliste. Nur der Schwede Armand Duplantis (6,02) und der Amerikaner Christopher Nilsen (6,00) waren in dieser Saison im Freien schon höher hinaus gesprungen. „Dieser Wettkampf gibt mir gut Selbstbewusstsein vor der WM“, bilanziert Lita Baehre.

          Achim Dreis
          Sportredakteur.

          Dem Chemnitzer Max Hess reichen dagegen eher dürftige 16,20 Meter zu seinem sechsten Titel im Dreisprung. Im Hammerwerfen der Frauen setzt sich Samantha Borutta aus Leverkusen (67,09 Meter) durch.

          Wie bei „Spiel ohne Grenzen“

          Bei der Multisportveranstaltung „The Finals“ in Berlin stehen an vier Tagen 190 Entscheidungen in 14 Sportarten an. Neben Sport-Klassikern wie Leichtathletik, Turnen und Schwimmen gehören auch eher exotisch anmutende Angebote wie Bogenschießen, 3x3-Basketball und Trialbiking zum Angebot. Viele Wettkämpfe werden mitten in der Stadt ausgetragen – die Hauptstadt verwandelt sich in einen Sportparcours

          Und manche Szenerie erinnert ältere Zuschauer wohl eher an die frühere Fernsehshow „Spiel ohne Grenzen“ als an klassische Sportprogramme. Dabei ist es nicht ganz einfach, den Überblick zu behalten, so viele Bewegungsformen werden im engen städtischem Raum binnen kürzester Zeit geboten.

          Düsseldorfer Dominanz unterm Korb.

          Im 3x3-Basketball am Neptunbrunnen auf dem Alexanderplatz erweisen sich die Frauen-Teams aus Düsseldorf als überlegen. Aus einer Vorrunde mit 16 Mannschaften kristallisieren sich gleich zwei Teams aus der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen heraus. Im Finale der Finals gewinnt Düsseldorf LFDY mit 19:11 gegen Düsselorf Flingern.

          Im Trialbiking an der gleichen Wirkungsstätte behält die Topfavoritin Nina Reichenbach aus Bretten die Balance und gewinnt den Wettbewerb, dessen Idee es ist, auf einem Spezialfahrrad über Hindernisse zu fahren, ohne dabei den Fuß absetzen zu müssen. Für jede fehlerfrei gemeisterte Hürde werden Punkte gut geschrieben. Neben Konzentration und Geschicklichkeit sind auch Kraft und Mut gefordert – auf einem Rad ohne Sattel übrigen. Bei den Männern gewinnt Dominik Oswald (Münstertal) .

          Lindemann gewinnt Triathlon

          Ausdauer gefordert ist dagegen im Triathlon, auch wenn es nur um die Sprintdistanz geht. Dabei erweist sich die Potsdamerin Laura Lindemann als Meisterin ihres Fachs. Der Tag vor ihrem 26. Geburtstag beginnt am Strandbad Wannsee mit 750 Metern Schwimmen. Nach 20 Kilometern Radfahren und fünf Kilometer Laufen setzt sich die Favoritin schließlich beim Zieleinlauf auf dem Olympischen Platz durch und lobt die Veranstaltung: „Das Publikum war mega cool und die Tribünen voll. Es hat sehr viel Spaß gemacht vor diesen vielen Menschen einen Wettkampf zu absolvieren“.

          Ebenfalls mitten in der Stadt, auf der City-Spree an der East Side Gallery setzt sich der Leipziger Peter Kretschmer mit seinem Canadier-Einer im Parallelsprint durch. Das Finale im Kajak-Einer der Damen entscheidet Jule Hake aus Lünen für sich.

          Überragende Sportgymnastin: Darja Varfolomeev gewinnt mit Ball, Reifen und Keulen
          Überragende Sportgymnastin: Darja Varfolomeev gewinnt mit Ball, Reifen und Keulen : Bild: dpa

          Ruder-Olympiasiegerin Annekatrin Thiele nutzt die „Finals“, um ihre Erfolgskarriere mit einem letzten kleinen Erfolg abzuschließen. Die 37-Jährige wird Dritte im Einer über die ungewöhnliche Distanz von 350 Metern. Den Titel gewinnt Sarah Wibberenz. Im Zweier der Männer siegen Torben Johannesen und Wolf‐Niclas Schröder (Hamburg/Berlin).

          Bei der Rhythmischen Sportgymnastik zeigt sich Darja Varfolomeev als überragende Teilnehmerin. Die 15-Jährige aus Schmiden gewinnt nach ihrem Sieg im Mehrkampf auch bei drei von vier  Geräteentscheidungen mit Reifen, Ball und Keulen.

          Parallelsprint im Canadier: Peter Kretschmer (rechts) gegen Nico Pickert
          Parallelsprint im Canadier: Peter Kretschmer (rechts) gegen Nico Pickert : Bild: dpa

          Die Turn-Titelkämpfe in der Max-Schmeling-Halle werden in einer Lichtstimmung dargeboten, die auch jedem Zirkusartisten gefallen würde. Dabei gewinnt Kim Bui (Stuttgart) den Titel am Stufenbarren. Im Sprung setzt sich die Kölnerin Sarah Voss durch. Sieger am Boden wird Milan Hosseini (Böckingen), am Pauschenpferd gewinnt Pascal Brendel (Wetzlar), an den Ringen setzt sich Dario Sissakis durch – ein Berliner.

          Berliner haben den Bogen raus

          Auch Elisa Tartler, Elina Idensen und Clea Reisenweber siegen für Berlin: Die Bogenschützinnen gewinnen am Olympischen Platz mit dem Olympischer Bogen zwar nicht Olympisches Gold, aber immerhin den deutschen Meistertitel mit der Frauen-Mannschaft. Bei den Männern setzten sich Ben Greiwe, Mathias Kramer und Erik Linke mit dem BSC BB-Berlin vor Christoph Breitbach, Jannis Kramer und Domenic Merkel – der eigenen zweiten Mannschaft. Die Berliner haben also offenbar den Bogen raus bei diesen Meisterschaften.

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