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Blamage für Tiger Woods : Ein Schatten seiner selbst

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Scheiterte in Nordirland am Cut: Tiger Woods Bild: dpa

Die katastrophale erste Runde erträgt Tiger Woods nur mit Selbstironie – dann folgt das Aus bei den British Open zur Halbzeit. Auch für den eigentlichen Favoriten wird das Turnier zum Desaster.

          Die 148. British Open geht ohne ihr Aushängeschild Rory McIlroy in die entscheidende Phase. Der nordirische Lokalmatador schied am Freitagabend bei dem Major-Turnier im Royal Portrush Golf Club trotz einer grandiosen Aufholjagd vorzeitig aus. Auch für Star Tiger Woods und den deutschen Amateur-Europameister Matthias Schmid gab es kein Happy End. Beide verpassten klar die Qualifikation für die beiden entscheidenden Runden am Wochenende.

          Die Führung beim mit 10,75 Millionen US-Dollar dotierten Major-Turnier teilen sich J.B. Holmes aus den Vereinigten Staaten und der Ire Shane Lowry mit jeweils 134 Schlägen vor den Engländern Tommy Fleetwood und Lee Westwood (beide 135).

          Nordirlands Star McIlroy zeigte am Tag nach der blamablen 79er-Auftaktrunde auf seinem Heimplatz Kämpferqualitäten und startete vor tausenden Fans eine wahre Aufholjagd. Der 30 Jahre alte Volksheld benötigte für seine zweite Runde auf dem Par-71-Kurs nur 65 Schläge, scheiterte aber am Ende um einen Schlag am Cut. Ärgerlich für McIlroy, denn die Tücken dieses Golfkurses kennt der viermalige Major-Champion seit seiner frühesten Jugend: Als 16-Jähriger stellte er im Royal Portrush Golf Club mit 61 Schlägen den Platzrekord auf.

          Woods völlig bedient

          Nicht besser erging es Woods. Das der Amerikaner war nach den zwei Turniertagen an der nordirischen Küste vollkommen bedient. Nach einer schwachen 78er-Runde zum Auftakt, spielte er zwar eine 70, doch am Ende verpasste er klar den Cut. Nicht wegen der Leistung am Freitag natürlich, sondern wegen der gigantischen Hypothek, die er sich am Donnerstag auferlegt hatte.

          Da hatte nur dieser eine magische Moment an die glorreichen Zeiten erinnert: Mit viel Fingerspitzengefühl schickte Woods den Ball einmal quer über das Grün, und als der tatsächlich auch mit der letzten Umdrehung im Loch verschwand, stolzierte sein  Absender mit weit ausgebreiteten Armen hinterher. Die Menge jubelte, ihr Held genoss – ein beispielloser Augenblick voller Selbstironie. „Das ist frustrierender als alles andere, weil ich dieses Major so liebe“, sagte der 43 Jahre alte Amerikaner. Anfang April hatte Woods mit dem Triumph beim Masters in Augusta seinen 15 Major-Titel gewonnen.

          Das raue Wetter an der nordirischen Küste war nicht nach Woods' Geschmack. Bereits im Vorfeld der British Open hatte er erklärt, dass kühle Temperaturen und Wind seinem lädierten Rücken nicht gut tun. Seine Bewegungsabläufe seien dann „nicht mehr so geschmeidig“.

          Europameister Schmid war sogar einen Schlag besser als sein Idol Woods – doch für die beiden entscheidenden Runden reichte es auch bei dem gebürtigen Regensburger nicht. Dennoch war der 21 Jahre alte Amateur mit seiner British-Open-Premiere zufrieden. Alles im Allem sei es eine tolle Woche gewesen. „Spielerisch war aber mehr drin“, sagte Schmid bei „Golf.de“.

          Ein Foto mit seinem Vorbild Tiger Woods postete er stolz auf Instgram – am Vortag hatte er schon eines mit McIlroy gemacht. Nun will der Student, der das Fach Finanzwissenschaften am College in Louisville belegt, die restlichen British-Open-Tage gemeinsam mit seiner Freundin anschauen. „Wir haben Zugang zum Clubhaus und können das als etwas Besonderes genießen.“

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