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Bernhard Schwank im Porträt : Teamspieler

  • -Aktualisiert am

Bernhard Schwank Bild: dpa

Die Krise des Spitzensports mit seinen verfilzten Strukturen war Auslöser der Fusion von NOK und DSB zum Deutschen Olympischen Sportbund. Professionalisierung tut not: Viel Arbeit für Bernhard Schwank, den neuen Leistungssportdirektor.

          Im Ehrenamt leistet sich der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) einen umstrittenen, weil unglücklich agierenden und argumentierenden Mann für das Ressort Leistungssport: den früheren Turner und heutigen Bundestagsabgeordneten Eberhard Gienger. Deshalb ist die hauptamtliche Position des Leistungssportdirektors um so wichtiger. Michael Vesper, der ehemalige Grünen-Politiker, hat am Montag, nach kaum vierzehn Tagen im Amt des DOSB-Generaldirektors, wie erwartet Bernhard Schwank mit dieser Aufgabe betraut.

          Der 46 Jahre alte Pädagoge war zuletzt Generalsekretär des Nationalen Olympischen Komitees (NOK). Mit seinem Kollegen vom Deutschen Sportbund (DSB), Andreas Eichler, machte Schwank den Weg frei für die Fusion beider Organisationen. Während der 58 Jahre alte Eichler in Kürze gehen muß, bekommt Schwank nun richtig zu tun. Die Krise des Spitzensports mit seinen verfilzten Strukturen war schließlich der Auslöser der Fusion von NOK und DSB. Professionalisierung auf allen Ebenen tut not.

          Mit vielen Einrichtungen vertraut

          Neben einer erfolgreichen aktiven Karriere als Fußballer (unter anderem bei Wormatia Worms, Hassia Bingen und Mainz 05) kann er eine langjährige ehrenamtliche und hauptberufliche Tätigkeit innerhalb der Sportorganisation und der Sportverwaltung vorweisen. Schwank gehörte auch dem Kader der deutschen Studenten-Nationalmannschaft an. Studiert hat er, in Mainz und in Wien, Geschichte, Sportwissenschaft, Politik und Pädagogik.

          1987 wurde er Referent für Leistungssport und Sportwissenschaft im Landessportbund Rheinland-Pfalz; Ende 1994 wechselte er in das hessische Ministerium des Innern und für Sport, als Referatsleiter zuständig für Grundsatzfragen des Sports sowie zur Förderung der Verbände und Vereine. Lange Zeit arbeitete er nebenher als Fußballtrainer mit Jugend- und Amateurmannschaften.

          Bei der Vorbereitung der Fußball-WM 2006 sowie bei der letztlich gescheiterten Olympiabewerbung Frankfurts brachte Schwank sein Wissen ein. Die olympische Idee und die olympische Erziehung liegen ihm am Herzen, mehrmals bildete er sich an der Olympischen Akademie im antiken Olympia in Griechenland fort. Mit dem Olympiastützpunkt Rheinland-Pfalz/Saarland ist er ebenso vertraut wie mit der Deutschen Olympischen Gesellschaft und dem katholischen Arbeitskreis Kirche und Sport.

          Mehrsprachiger Verwaltungsfachmann

          Der verheiratete Vater von drei Söhnen hat sportsoziologische und sporthistorische Texte verfaßt, ist mehrsprachig und gilt nicht nur als Verwaltungsfachmann. Er sieht sich selbst als gestaltender Sportpolitiker, dem allerdings das Wohl der Athleten am wichtigsten ist. Die deutschen Olympiadelegationen in Athen 2004 und Turin 2006 betreute Schwank als unermüdlicher Schaffer hinter den Kulissen glänzend. Kollegen bescheinigen ihm gute Vorbereitung, Akribie, Detailwissen; nur belaste er sich manchmal mit zu vielen Kleinigkeiten. Fordern, fördern und delegieren, darauf kommt es in der kommenden Zeit besonders an.

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