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Berlin Volleys : Ein Fest der Tränen

Coaching Zone verlassen: Mark Lebedew kehrt Berlin der Rücken Bild: dpa

Zur Enttäuschung über den verpassten Titel kommt der Schmerz des Abschieds: Trainer Lebedew und wichtige Spieler verlassen die Berlin Volleys, eine goldene Ära geht zu Ende.

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          Alles neu bei den Berlin Volleys. Einen Tag nach der Niederlage im Endspiel um die vierte deutsche Meisterschaft hintereinander, am Sonntag beim VfB Friedrichshafen, lud die Mannschaft ein, den Abschluss der Saison zu feiern. Es wurde ein Fest der Tränen. Denn zur Enttäuschung über den verpassten Titel kam der Schmerz des Abschieds. Der australische Trainer Mark Lebedew packt nach fünf Jahren in Berlin seine Koffer; drei Mal gewann sein Team die Meisterschaft, zum Einstieg und zum Ausklang wurde es Zweiter.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Aus dem Kern der Mannschaft werden sich der hawaiianische Zuspieler Kawika Shoji nach Istanbul, der amerikanische Mannschaftskapitän Scott Touzinsky nach Schanghai und der tschechische Libero Martin Krystof nach Budweis verabschieden. Der serbische Mittelblocker Aleksandar Spirovski macht nach zwölf Jahren in Berlin Schluss und wird Trainer.

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          Das Mienenspiel sagt alles: Silber fühlt sich an wie Blech : Bild: dpa

          Von den übrigen neun Spielern des Teams will Manager Kaweh Niroomand den tschechischen Mittelblocker Tomas Kmet, Libero Erik Shoji und den deutschen National-Zuspieler Sebastian Kühner sowie die überragenden Diagonalangreifer Robert Kromm aus Berlin und Paul Carroll aus Australien halten. Um sie herum soll der neue Trainer ein schlagkräftiges Team zusammenstellen. Niroomand deutete an, dass er bereits im Ausland nach einem Kandidaten suche, der die Mannschaft an der deutschen Spitze halten und auf europäischem Niveau weiterentwickeln solle.

          Halbe Zeit - doppelter Lohn

          Die Berliner hatten in diesem Jahr das Endturnier der Champions League ausgerichtet und dort Platz drei erreicht. Eine goldene Ära gehe zu Ende, sagte Niroomand. In dieser Mannschaft sei die beste Generation von Spielern versammelt gewesen, mit der er je zusammengearbeitet habe.

          Der Umbruch, das versicherten Trainer wie Manager, wäre auch beim Gewinn der Meisterschaft notwendig geworden. Er hat allerdings nicht nur sportliche, sondern auch wirtschaftliche Gründe. Touzinsky, 2008 mit dem amerikanischen Team Olympiasieger, verriet, dass er in China in der halben Zeit doppelt so viel Geld verdiene wie in Deutschland. „Vielleicht bin ich im Februar schon wieder zurück“, tröstete er die Fans.

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