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Finale in Friedrichshafen : Youngster Schott lässt die Berlin Volleys träumen

Gelingt den Berlin Volleys mit Ruben Schott (Zweiter von rechts) der Coup im finalen Spiel? Bild: dpa

Fünfmal haben die Berlin Volleys in dieser Spielzeit schon gegen den VfB Friedrichshafen verloren. Dann gewannen sie doch einmal – und haben nun eine große Chance. Das liegt auch an Ruben Schott.

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          „Die Meisterschaft wäre die Krönung“, sagt Ruben Schott. „Vor einem Jahr haben wir drei Titel gewonnen. Jetzt stehen wir immer noch mit leeren Händen da.“ Das soll sich am Sonntag (14.30 Uhr) ändern. Fünfmal hatten die Berlin Volleys in dieser Spielzeit gegen den VfB Friedrichshafen verloren: im VBL-Supercup ausgerechnet in Berlin zu Beginn der Saison, in Hin- und Rückspiel der Punktrunde, im Pokalfinale und dann auch noch im ersten Spiel der Finalserie um die Meisterschaft.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Damit war am Mittwochabend Schluss. Auch durch die überragende Abwehrleistung des 22 Jahre alten Schott und seinen Aufschwung zum Angreifer, der 15 Punkte beitrug zum 3:1 (24:26, 25:23, 25:16, 25:21), haben die Berliner Mannschaft und auch knapp achttausend Berliner Zuschauer ein Entscheidungsspiel um den wichtigsten Titel des Jahres erzwungen. „Seit er viel spielt, ist er gewachsen“, lobte Robert Kromm seinen Kollegen auf der Position des Außenangreifers. „Er ist auf dem Weg, ein ganz Großer zu werden.“

          Das Talent Schotts zeigte sich früh. Drei Jahre lang spielte er als Schüler beim VC Olympia, in dem der Volleyball-Verband seinem Nachwuchs ermöglicht, sich im Liga-Betrieb zu bewähren. Als er zu den Volleys wechselte, setzte er sich nicht durch und wechselte, um spielen zu können, für ein Jahr nach Spergau in die zweite Liga. Im zweiten Jahr seit seiner Rückkehr kam Schotts Chance, als die Volleys Anfang des Jahres ihren serbischen Außenangreifer Nikola Kovacevic rauswarfen und sich der Kanadier Steven Marshall verletzte.

          Schott, mit 1,92 Meter nicht gerade klein, aber zwanzig Zentimeter kürzer als Kromm, ist mit seiner Flinkheit eigentlich der Mann für die untere Etage des Volleyballs: die Annahme kurz über dem Parkett. Doch mit enormer Athletik und Sprungkraft bringt er sich auch am Netz auf Augenhöhe mit den Offensivspielern, die ihn fast durchweg um Haupteslänge überragen. „Wenn die Annahme steht, kann der Zuspieler die Bälle verteilen und mir gute Situationen verschaffen“, sagte er nach dem Spiel. „Die habe ich heute genutzt.“

          „Die Leistung von Ruben ist keine Überraschung“, lobte Vital Heynen. „Seit er in der Nationalmannschaft gespielt hat, weiß ich, dass er ein Superspieler ist.“ Der Trainer der Friedrichshafener, im vergangenen Jahr noch Bundestrainer, bemühte sich am Mittwoch gar, den Berlinern nun die Favoritenrolle zuzuschieben. „Wenn sie wieder besser angreifen und besser blocken als wir, gewinnen sie auch am Sonntag“, sagte er. „Berlin hat die Qualität. Wenn sie die nutzen können, werden sie Meister.“

          Kaweh Niromand dagegen, Macher und Manager der BR Volleys, versuchte die Bedeutung des entscheidenden Duells herunterzuspielen. „Am Spiel am Sonntag hängt gar nichts“, behauptete er. „Wir haben eine tolle Saison gespielt. Wir haben die Endspiele von zwei Wettbewerben erreicht, wir sind unter den besten vier Mannschaften in Europa. Ob dabei ein Titel rauskommt oder nicht, ist hauchdünn. Die Meisterschaft wäre schön, aber es schmeißt uns auch nicht um, wenn wir sie nicht gewinnen.“ Für Schott wäre der Titel die Krönung einer Saison, in der er sich unter den besten Spielern Deutschlands etabliert hat. Sein Vertrag in Berlin läuft aus. Er wird, ob als Meister oder nicht, die Wahl haben zwischen einigen attraktiven Angeboten.

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