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Speedkletterer Dani Arnold : Durch die Wand

Dani Arnold auf der Aiguille du Petit Dru. Bild: Foto Romano Salis

Dani Arnold bezwingt die Nordwand des Petit Dru in Rekordzeit. Unterwegs spielt der Rekord jedoch keine Rolle, der Fokus liegt ganz auf der Felswand. Trotz allem ist die Risikobereitschaft gesunken.

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          Eigentlich, sagt Dani Arnold, habe er zu dieser Zeit in dieser Wand nichts verloren gehabt. Es war Mitte August, Hochsommer, eine Zeit, in der an der Nordwand der Aiguille du Petit Dru (3733 Meter) im Montblanc-Massiv gewöhnlich extreme Steinschlaggefahr herrscht. Der Petit Dru sei „wie ein zerbröckelnder Berg“, sagt Arnold, immer wieder kommt es zu teils dramatischen Felsstürzen, „im August fallen da normalerweise die Kühlschränke runter“. Nicht der Zustand, den man sich wünscht, wenn man plant, die 900 Meter hohe Nordwand im Alleingang, ohne Seilpartner, zu durchsteigen. Wie Dani Arnold das vorhatte.

          Bernd Steinle
          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Doch dann kam ihm zugute, was viele andere nervte: der schlechte Sommer, die recht kühlen Tage. Als er am 14. August mit Stefan Brugger nach Chamonix (Frankreich) reiste, waren die Wetterpro­gnosen gut, die Wand war ruhig, keine herabstürzenden Steine, keine Kühlschränke. Im Herbst 2020 war Arnold schon einmal so weit gewesen, mit dem Feldstecher hatte er damals die Wand lange beobachtet, die Verhältnisse schienen gut.

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