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Bei Gislasons Debüt : Glanzloser Sieg für deutsche Handballer

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Enger als erwartet: Die deutsche Mannschaft müht sich zum Sieg. Bild: dpa

Beim lang ersehnten Debüt von Handball-Bundestrainer Alfred Gislason quält sich die deutsche Mannschaft zum Sieg. Gegen das durch Corona dezimierte Bosnien-Herzegowina trübt vor allem eine „erschreckende erste Halbzeit“ die Bilanz.

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          Die erhoffte Gala zum Debüt von Bundestrainer Alfred Gislason ist ausgeblieben. Nach einem desaströsen Auftritt in der ersten Halbzeit haben Deutschlands Handballer zum Auftakt der Qualifikation zur EM 2022 beim 25:21 (9:13)-Sieg gegen das Rumpfteam von Bosnien-Herzegowina keinen Glanz verbreitet. Dank einer Steigerung im zweiten Abschnitt wendete die DHB-Auswahl, für die der Kieler Hendrik Pekeler fünfmal traf, am Donnerstag in Düsseldorf zumindest eine drohende Blamage ab und reist mit zwei Punkten auf dem Konto zum nächsten Gruppenspiel am Sonntag gegen Estland in Tallinn.

          „Wir waren überraschend nervös und hektisch im Angriff“, sagte Gislason im ZDF: „Das war nicht der Auftritt, den ich mir gewünscht, aber einer, den ich befürchtet habe.“ Kapitän Uwe Gensheimer gab zu, in der Halbzeit „bedröppelt dagesessen“ zu haben. „Auch Alfred war nicht so angetan“, sagte der Mannheimer.

          Erst zwei Stunden vor dem Anpfiff gab es endgültig grünes Licht für das erste Länderspiel in der Gislason-Ära, nachdem alle Corona-Tests sowohl bei den Gästen als auch bei der deutschen Mannschaft negativ ausgefallen waren. Bereits am Dienstag waren die Bosnier, die lediglich elf gesunde Spieler zur Verfügung hatten, mit einem Antrag auf Verlegung der Partie bei der EHF gescheitert. „Wir haben so viele positive Corona-Fälle. Ich kann diese Entscheidung nicht verstehen“, kritisierte Bosniens Trainer Bilal Suman die Europäische Handball-Föderation.

          Kritischer Blick: Der neue Bundestrainer Alfred Gislason
          Kritischer Blick: Der neue Bundestrainer Alfred Gislason : Bild: dpa

          Auch die DHB-Auswahl musste vier Ausfälle verkraften, brachte aber ein komplettes Team an den Start. Dennoch tat sich die Truppe von Gislason, der den Job Anfang Februar vom glücklosen Christian Prokop übernommen und seither wegen der Corona-Krise auf sein Debüt gewartet hatte, zu Beginn äußerst schwer. Vor allem im Angriff leistete sich der EM-Fünfte zahlreiche Fehler. Die Quittung: Nach 13 Minuten lag der Favorit mit 2:5 hinten, was Gislason zur ersten Auszeit bewog. „Locker bleiben“, forderte der 61 Jahre alte Isländer von seinen Schützlingen.

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          Doch es wurde kaum besser, weil auch in der Defensive vieles nicht stimmte und Torwart Johannes Bitter so gut wie keinen Ball zu fassen bekam. Schon nach 18 Minuten schickte Gislason Silvio Heinevetter zwischen die Pfosten. Dennoch lief die DHB-Auswahl, in der Juri Knorr sein Debüt feierte, dem Rückstand weiter erfolglos hinterher. „Es war eine erschreckende erste Halbzeit“, kritisierte Teammanager Oliver Roggisch in der Pause. Und DHB-Sportvorstand Axel Kromer forderte: „Unser Auftrag wird sein, das Ding zu drehen.“

          Gislason schien in der Kabine die richtigen Worte gefunden zu haben, denn das deutsche Team agierte nun aggressiver in der Defensive und konzentrierter in der Offensive. Nicht einmal sieben Minuten nach Wiederanpfiff war der Vier-Tore-Rückstand beim 14:14 egalisiert. Wenig später brachte Julius Kühn die Gastgeber erstmals in Führung. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Bosnier allerdings einen weiteren Ausfall zu beklagen. Ivan Karacic musste mit einer schmerzhaften Fußverletzung raus. Dennoch machten die Gäste dem DHB-Team das Leben bis zum Abpfiff weiter schwer.

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