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Flandern-Rundfahrt : Hier zählen nur Beine, Wille, Instinkt und Glück

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Wer sein Rad liebt ... der trägt es auch mal: So wie Benjamin Declercq bei der Flandern-Rundfahrt 2018. Bild: Augenklick/Roth

Was den Amerikanern der Super Bowl, ist den Flamen die Flandern-Rundfahrt. Hunderttausende kommen an die Strecke, um das Spektakel zu sehen. Es ist eine elektrisierende Aufführung – Radsport auf archaische Art und Weise.

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          Die Wohnmobile der Enthusiasten stehen in Reih und Glied. Am Straßenrand, auf Wiesen, auf Bauernhöfen entlang der Rennstrecke. Viele beflaggt mit dem flämischen Löwen auf gelbem Grund – kaum ein Rennen ist so eng verknüpft mit der Identität der Region. Unzählige Geschichten von großen Siegen und schmerzlichen Niederlagen sind im kollektiven Gedächtnis der radsportverrückten Belgier verankert – und bilden einen unerschöpflichen Quell an Gesprächsthemen an langen Tagen in und vor den Wohnmobilen. Auf den Campingtischen stehen am Samstagvormittag noch die Gläser mit Bier- und Rotweinpfützen vom Vorabend, an dem es kalt war, nahe null Grad.

          Die Flamen feiern ihre Feste wie sie fallen. Und die „Ronde van Flaanderen“ an diesem Sonntag (10.45 Uhr bei Eurosport) ist ein Festtag, ein stolzes Radsport-Großereignis. Die Zuschauer lärmen so inbrünstig, dass „man seinen Sportlichen Leiter im Ohr trotz voller Lautstärke nicht mehr hört“, erzählt der aufstrebende deutsche Klassikerspezialist Nils Politt vom Team Katusha-Alpecin. Was den Amerikanern der Super-Bowl, ist den Flamen ihre „Ronde“. Anfang April kommen sie wieder zu Hunderttausenden an die Strecke, vornehmlich an die Hellingen, jene ostflandrischen Hügel, die einzeln für Radprofis keine Bedrohung darstellt. Aber bei diesem prestigeträchtigen Ritt über 267 Kilometer müssen 17 von ihnen in der zweiten Rennhälfte bewältigt, ja im Sturm genommen werden.

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