https://www.faz.net/-gtl-92010

Beachvolleyballerinnen : „Haben wir noch Bock?“

  • -Aktualisiert am

Gewinnen ist das Schönste daran: die Beachvolleyballerinnen Kira Walkenhorst (links) und Laura Ludwig. Bild: dpa

Laura Ludwig und Kira Walkenhorst sprechen über die wichtigste Frage nach dem Beachvolleyball-Olympiasieg, unersättliche Verbände und Urlaub am Strand.

          Was machen Beachvolleyballerinnen im Winter?

          Laura Ludwig: Eigentlich trainieren wir im Winter. Jetzt ist ja noch Herbst. Noch haben wir Urlaub. Ab Oktober sind wir auch schon wieder im Training.

          Wo trainieren Sie?

          Ludwig: Normalerweise trainieren wir in der Beachvolleyballhalle in Hamburg. Oder wir fliegen der Sonne nach.

          Warum gibt es eigentlich keine Wintersaison? Man könnte auf der anderen Seite der Erde doch gut spielen?

          Ludwig: Es gibt sogar noch Turniere, bis Oktober in China. Allerdings sehen wir das so, dass wir auch Zeit zum Erholen brauchen. Im letzten Jahr hatten wir elf ballfreie Wochen. Diesmal wird es leider nicht ganz so lange werden. Unsere Philosophie ist, dass wir uns vollständig regenerieren, Körper und Geist, damit wir auch wieder frisch in die Vorbereitung gehen können. Unser Körper muss ja auch einiges mitmachen. Der braucht die Erholung. Wenn wir die Regenerationszeit nicht hätten, würden wir irgendwann wahrscheinlich tot umfallen.

          Und die Volleyballverbände teilen die Philosophie? Verbände neigen ja dazu, immer mehr zu fordern und neue Turniere und Wettkämpfe zu erfinden.

          Ludwig: Versuchen sie ja auch. Sie versuchen sogar, Hallenturniere in den Markt zu bringen. Also Hallen-Beach-Volleyball. Allerdings wird das wahrscheinlich noch eine Weile dauern, bis es sich durchsetzt, und dann spielen wir hoffentlich nicht mehr.

          Wäre das denn das Gleiche, Hallen-Beach und Beach-Beach?

          Ludwig: Wir haben in Holland im Juni ein Turnier gespielt, da war ein Feld draußen und zwei Felder drinnen, und das ist ein enormer Unterschied. Der Ball fliegt anders, du hast ganz andere Bedingungen.

          Und der Sand, fühlt der sich auch anders an?

          Ludwig: Der ist ja überall anders. Mal härter, mal tiefer.

          Können Sie anhand des Sands spüren, wo Sie sich gerade befinden?

          Kira Walkenhorst: Wenn Muscheln drin sind, spürt man das schon. Nein, man merkt vor allem die Dichte des Sandes. An den Stränden ist er meistens etwas härter. Wenn der Sand aufgeschüttet ist, ist er meist feiner, manchmal steht man bis zum Schienbein im Sand, da zu springen und sich zu bewegen ist noch mal deutlich anstrengender.

          Wie ist denn der perfekte Sand, und wo liegt er?

          Laura Ludwig: In Hamburg auf Court 5. Draußen.

          Den haben Sie selbst gesiebt?

          Ludwig: Genau. Und wir harken den ordentlich. Also, es ist schwer, zu sagen, der Sand darf nicht zu tief, nicht zu hart sein. Und durch Regen darf er nicht zu sehr einer Ackerlandschaft gleichen. Die Bedingungen sind überall unterschiedlich. Aber es kommt nicht auf den Sand an.

          Walkenhorst: Wir sind noch nie nach Hause geflogen und haben gesagt, auf dem Sand spielen wir nicht.

          Das Problem sind eher die Zeitpläne, oder?

          Ludwig: In diesem Jahr waren es vier Saisonhöhepunkte in fünf Wochen. Das ist körperlich und auch mental nicht zu wuppen, wenn du immer ganz oben stehen willst.

          Warum lagen WM, EM, World-Tour-Finale und DM so eng beieinander?

          Ludwig: Das Problem ist, dass wir unterschiedliche Verbände haben: Weltverband, Major Series, europäischer Verband und deutscher Verband. Die haben alle ihre eigene Planung. Und das ist dann relativ schwierig zu koordinieren – anscheinend.

          Glauben Sie, dass die Verbände aus den Problemen gelernt haben, wenn sie alle dieselben Stars gesund und munter am Netz haben wollen?

          Ludwig: Irgendeiner gewinnt ja doch am Ende, also ist es egal. Das ist das Problem.

          Ärgern Sie sich, wenn Sie gegen eine deutsche Meisterschaft nicht gewinnen können, weil es einfach zu viel war?

          Weitere Themen

          Der asiatische Eindringling

          Algenplage im Mittelmeer : Der asiatische Eindringling

          Laut spanischen Fischern spielt sich unter der Meeresoberfläche an der Straße von Gibraltar eine Umweltkatastrophe unabsehbaren Ausmaßes ab. Fische gehen nicht mehr viele ins Netz – stattdessen tonnenweise braune Algen.

          Topmeldungen

          Björn Höcke beim Wahlkampfauftakt der AfD Thüringen

          AfD-Wahlkampf in Thüringen : „Extrem bürgerlich“

          Beim Wahlkampfauftakt der Thüringer AfD in Arnstadt versucht die Partei, sich ein bürgerlich-konservatives Image zu geben. Doch vor allem die Aussagen eines Redners lassen daran Zweifel aufkommen – und es ist nicht Björn Höcke.

          Hoeneß versus ter Stegen : Abteilung Torwartverteidiger

          Das Schauspiel um die deutschen Torhüter geht weiter: Uli Hoeneß macht sich in einem Fernsehinterview die Welt, wie sie ihm für Bayern-Torwart Manuel Neuer gefällt. Er fordert unter anderem von süddeutschen Medien mehr Rückhalt und droht dem DFB.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.